Weekly House View | Absturz bei Chipaktien
Wochenrückblick
Halbleiteraktien gerieten letzte Woche ins Trudeln, weil die Anleger die Nachhaltigkeit des KI-Booms neu bewerteten. Dies ist die grösste Korrektur im Momentum-Trade seit fünf Jahren. TSMC büssten aufgrund einer verfehlten Marge mehr als 7% ein, während US-Technologieaktien unter der zunehmenden Konkurrenz kostengünstiger chinesischer KI-Plattformen litten. Typisches Beispiel: Das neue chinesische KI-Modell „Kimi K3“ von Moonshot soll angeblich billiger und besser sein als mehrere Modelle von Anthropic und OpenAI.
Unterdessen hat ASML die Erwartungen übertroffen und im 2. Quartal einen Umsatzanstieg auf Jahresbasis von 21% gemeldet. SpaceX sind um mehr als 40% gegenüber ihrem Höchststand gefallen und unter den Ausgabekurs von USD 135 gerutscht.
Der Nahostkonflikt hat sich weiter zugespitzt. Die USA haben mehrere Angriffswellen geflogen, eine neue Seeblockade gegen den Iran verhängt und einen Tanker beschossen, der auf dem Weg zur Insel Charg war. Teheran hat Handelsschiffe in der Nähe des Oman angegriffen und Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in der Region geführt. Mindestens vier US-Soldaten kamen dabei ums Leben.
In dieser Woche werden 18% der Unternehmen im S&P 500i ihre Ergebnisse für das 2. Quartal veröffentlichen, darunter Intel, Google und Tesla. Die bisherigen Ergebnisse waren solide, und die US-Banken haben die Schätzungen der Analysten übertroffen. Diese Woche richten wir unser Augenmerk auf die globalen Einkaufsmanagerindizes (PMIs). Die Europäische Zentralbank wird am Donnerstag ihren neuen Zinsentscheid bekannt geben. Zudem warten die Märkte auf Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) aus Grossbritannien, Japan und Kanada.
Die britische Labour Party hat Andy Burnham zum Vorsitzenden gewählt und damit zum Favoriten für das Amt des Premierministers gemacht.
Mit einem 1:0-Finalsieg gegen Argentinien hat Spanien die Fussballweltmeisterschaft 2026 gewonnen.
Zitat der Woche
„Ich werde hier nicht auftauchen und sagen, die Aufgabe wäre erledigt“, sagte Fed-Chef Kevin Warsh, nachdem die Inflation im Juni besser ausgefallen war als erwartet. „Ich würde eher sagen, es ist noch viel zu tun.“
Zentrale Daten
Das chinesische Gesamtwirtschaftswachstum ist auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken (von der Coronapandemie abgesehen). Das BIP stieg im 2. Quartal auf Jahresbasis um 4,3%.
In den USA fielen die Wirtschaftsdaten insgesamt positiv aus. Die VPI-Gesamtinflation sank von 4,2% im Mai auf 3,5% im Juni, nicht zuletzt dank rückläufiger Energiepreise. Die Kerninflation, ohne Lebensmittel und Energie, sank auf Jahresbasis auf 2,6% und lag 0,02% tiefer als im Vormonat.
Die US-Arbeitslosenquote sank von 4,3% im Mai auf 4,2%. Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,2%. Diese jüngsten Daten sind positive Zeichen für das US-Wirtschaftswachstum.