Monthly House View | März 2026
Hintergrund
Das globale Wachstum ist weiter stark und beschleunigt sich in den USA, Europa und Japan. In den USA machen sich die Steuersenkungen im Rahmen des One Big Beautiful Bill allmählich bemerkbar. Im weiteren Jahresverlauf dürfte der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh die Zinsen senken. Dies dürfte das US-Wachstum stützen.
Derweil verzeichnet die deutsche Verteidigungsbranche umfangreiche Auftragseingänge für Militärausrüstung, was den europäischen Wachstumsmotor befeuern dürfte. In Japan verheisst der deutliche Wahlsieg Gutes für die wachstumsfördernde Strategie der Premierministerin Sanae Takaichi. Zusammengenommen bestärken diese Entwicklungen einen Wachstumstrend, der sich immer mehr in den wichtigen Volkswirtschaften bemerkbar macht.
KI-Disruption
Allerdings ist eine Reihe wesentlicher Risiken zutage getreten.
- Das KI-„Produktivitätswunder“ in den USA beflügelt zwar die Margen der Unternehmen, sorgt aber für Verunsicherung am Arbeitsmarkt. Die rasante Verbreitung fortschrittlicher KI-Tools wirkt sich auch auf Asset-Light-Branchen wie Software disruptiv aus. In dieser Hinsicht könnte sich KI als Segen, aber auch als Fluch erweisen, da sich Anleger gezwungen sehen könnten, ihre Portfolioallokationen zu überdenken.
- Der Grossteil der G7-Staaten weist eine hohe Verschuldung auf, die ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht oder diese sogar übersteigt. Dies schürt Bedenken hinsichtlich der langfristigen Schuldentragfähigkeit in den Industrieländern.
- Die fiskalische Dominanz gewinnt an Bedeutung, da die G7-Länder umfangreiche Ausgabenpläne verfolgen. Diese konzertierten fiskalischen Anreize werden nur zu noch höheren Schuldenständen im Westen führen.
- Die geopolitischen Spannungen nehmen zu. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sowie in Grönland, Venezuela, der Ukraine und Asien destabilisieren die Märkte.
Zusammengenommen tragen diese Faktoren zu einem sogenannten Entwertungs-Trade bei, bei dem sich Anleger aus dem US-Dollar und für gewöhnlich als sichere Häfen geltende Vermögenswerte wie US-Treasuries zurückziehen.