Raymond Sagayam über das Wachstum der Pictet-Gruppe in Spanien

Pictet profitiert in Spanien vom Zustrom lateinamerikanischer Vermögen

Das Institut verzeichnet in Spanien kräftiges Wachstum im Privatbankgeschäft, vor allem durch den Zustrom von Neukunden und den Boom bei alternativen Anlagen.

Die Schweizer Pictet-Gruppe hat Spanien als einen ihrer wichtigsten Märkte eingestuft. Der spanische Markt hat sich für das auf Vermögensverwaltung spezialisierte Institut zu einem Wachstumsmotor entwickelt, vor allem durch den steigenden Zufluss grosser Vermögen aus Lateinamerika und die zunehmende Nachfrage nach alternativen Anlagen.

Das Institut, das weltweit Vermögen in Höhe von rund 1 Billion US-Dollar verwaltet, legt zwar nicht offen, wie sich diese Vermögen auf die Länder verteilen, in denen es tätig ist, gibt aber an, dass das Volumen von Jahr zu Jahr steigt. „Wir sind auf Wachstumskurs und werden auch weiterhin stetig wachsen. Spanien ist als Asset- und Wealth-Management-Markt von ähnlicher Bedeutung wie Italien, Frankreich und natürlich die Schweiz, unser grösster Markt“, erklärt Raymond Sagayam, einer der sieben geschäftsführenden Teilhaber von Pictet und Co-CEO des Bereichs Asset Management.

Pictet ist in Spanien seit 25 Jahren im Asset Management und seit 15 Jahren im Wealth Management aktiv. Bislang war die Fondsverwaltung in Spanien der wichtigste Wachstumstreiber des Instituts. Doch nun verzeichnet die Gruppe auch kräftiges Wachstum im Privatbankgeschäft.

„Pictet Asset Management konnte sein Geschäft in den vergangenen 25 Jahren stabil halten und weiter ausbauen, nicht zuletzt da immer mehr Sparer zu Fondsanlegern geworden sind“, erinnert sich Sagayam. „Durch den starken Zustrom lateinamerikanischer Unternehmer und Familien verzeichnen wir mittlerweile aber auch im Wealth Management einen Aufschwung. Das gab es früher nicht.“

Spanien ist als Asset- und Wealth-Management-Markt von ähnlicher Bedeutung wie Italien, Frankreich und natürlich die Schweiz, unser grösster Markt.
— Raymond Sagayam, geschäftsführender Teilhaber der Pictet-Gruppe und Co-CEO von Pictet Asset Management

Neukunden

Der Zustrom grosser lateinamerikanischer Vermögen nach Spanien ist inzwischen einer der wichtigsten Wachstumstreiber für den Bankensektor mit seinen spezialisierten Einheiten für die Betreuung vermögender Kunden.

Die grossen spanischen Banken bauen seit Monaten ihre Private-Banking-Teams und ihre Premium-Filialen aus, um von der Kapitalwelle zu profitieren, die in den letzten Jahren aus Lateinamerika nach Madrid schwappt. Doch auch ausländische Institute gehen so vor.

„Diese Chance bietet sich nicht nur nationalen, sondern auch internationalen Instituten. Der Markt ist gross genug für einheimische Akteure und Banken und für ausländische wie uns“, erklärt der Teilhaber von Pictet, der gerade sein Team in Spanien verstärkt hat, um vermögende Neukunden zu gewinnen.

Pictet bietet in Spanien Finanzberatungsdienstleistungen für Kunden mit einem Vermögen von über 10 Millionen Euro an. Zudem baut das Institut seine geografische Präsenz innerhalb des Landes aus. „In Spanien erweitern wir unser Privatbankgeschäft gerade von Madrid und Barcelona aus auf Neukunden  in Regionen mit wachsendem Beratungsbedarf“, erläutert er.

Alternative Anlagen

Ein weiterer Wachstumstreiber für Pictet in Spanien sind alternative Anlagen, die in den Portfolios spanischer Anleger eine immer wichtigere Rolle spielen.

„Bedarf und Interesse an Privatmarktanlagen nehmen in Spanien zu. Hier verfügen wir über massgeschneiderte, im Inland domizilierte Private-Equity-Fonds und Risikokapitalgesellschaften“, erklärt er.

Pictet verwaltet rund 54 Milliarden US-Dollar (47,2 Milliarden Euro) an alternativen Anlagen und sieht insbesondere im Immobilienbereich grosse Chancen.

„Der spanische Markt bietet in dieser Hinsicht sehr gute Möglichkeiten. Bei Wohnimmobilien, Hotels und Logistik spielt Spanien eine Schlüsselrolle.“ Die Gruppe steht aktuell kurz vor der Auflegung ihres zweiten direkten Immobilienfonds mit Schwerpunkt Europa und arbeitet gemeinsam mit grossen internationalen Hotelketten an Luxuswohnprojekten in Madrid.

Übernahmen

Anders als die meisten ihrer direkten Mitbewerber setzt die Pictet-Gruppe ausschliesslich auf organisches Wachstum. „Wir wollen nicht durch Zukäufe wachsen“, betont Sagayam „Übernahmen sind gut für die Aktionäre, nicht für die Kunden. Viele Mitbewerber wachsen durch Fusionen und Übernahmen, um Skaleneffekte zu erzielen, aber uns geht es nicht darum, möglichst günstig an Gelder zu kommen, sondern um die Wahrung der Qualität.“

Interview: Sandra Sánchez, Expansión, 23. Juni 2026
©2026 Expansión

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