Weekly house view

Weekly house view | Der „Bessent-Put“

Wöchentlicher CIO-Kommentar.

Wochenrückblick

Letzte Woche hat das US-Finanzministerium eine Verdopplung der Rückkäufe langfristiger US-Staatsanleihen angekündigt. Laut Finanzminister Scott Bessent will die US-Regierung das Volumen der vierteljährlichen Ankäufe 10- bis 30-jähriger Treasuries von USD 38 Mrd. auf USD 58 Mrd. erhöhen. Vorangegangen war eine massive Verkaufswelle bei langlaufenden Staatsanleihen. Auf die kurzfristige Erholung der Renditen von US-Treasuries folgte eine Umkehr, weil die Massnahme neue Zweifel an der langfristigen Schuldentragfähigkeit der USA aufkommen liess.

Geopolitisch drohte US-Präsident Donald Trump mit einer Bombardierung des Oman für den Fall, dass das Land die amerikanische Blockade der Strasse von Hormus stört. Das israelische Militär hat den Libanon angegriffen, was die Aussichten auf ein dauerhaftes Friedensabkommen in der Region beeinträchtigen könnte.

Die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada über ein Handelsabkommen scheiterten, und die USA verhängten neue Zölle in Höhe von 50% auf verschiedene kanadische Waren. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte Vergeltung für die neuen US-Zölle an – „Dollar für Dollar“. Unterdessen erklärte sich China bereit, fast alle Zölle auf Schweizer Exporte abzubauen und die Bedingungen ihres Handelsabkommens aus dem Jahr 2014 zu aktualisieren.

Als nächste Phase des KI-Booms zeichnet sich die physische Umsetzung der KI ab. Beim Börsengang des chinesischen Robotikunternehmens Unitree verzeichneten die Aktien einen Kurssprung um 460%. Bei den Weltmeisterschaften für humanoide Roboter in Peking hat ein Roboter eine Rekordzeit von Usain Bolt unterboten, dem schnellsten Läufer der Welt.

Zitat der Woche

Auf die Frage nach den steigenden Anleihenrenditen sagte Trump, hier könne das US-Militär eine Rolle spielen. „Die ultimative Intervention ist das Militär, und wenn es sein muss, werden wir es einsetzen.“

Zentrale Daten

Im US-Detailhandel fiel das Bild gemischt aus, wobei die monatlichen Umsätze im Juli um 0,6% sanken. Walmart meldete das schwächste flächenbereinigte Umsatzwachstum seit 2020. Einen Boom erlebt in den USA dagegen das verarbeitende Gewerbe. Sowohl der New York Empire State Manufacturing Index als auch der Philadelphia Fed Manufacturing Index verzeichneten den höchsten Stand seit fast einem halben Jahrzehnt.

In Europa fielen die Flash-Einkaufsmanagerindizes besser aus als erwartet, und die deutsche Industrieproduktion stieg auf den höchsten Stand seit vier Jahren.

In Japan wuchs die Wirtschaft im 2. Quartal um 1,1% und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück.

China präsentierte überraschend schlechte Wirtschaftsdaten. Das BIP-Wachstum fiel im 2. Quartal auf 4,3% und damit unter den Zielwert, die Detailhandelsumsätze stiegen nur um 0,6%, die Investitionen in Sachanlagen sanken in den ersten sieben Monaten des Jahres um 6,7%, und die Industrieproduktion verfehlte mit einem Plus von 4,5% auf Jahresbasis die Prognosen. Alibaba nahm zur Finanzierung seiner KI-Ambitionen HKD 80 Mrd. auf. Das neueste KI-Modell des Unternehmens namens „Qwen“ wurde in den letzten sechs Monaten mehr als 3 Milliarden Mal heruntergeladen.

1 Quelle: Pictet WM AA&MR, Thomson Reuters. Performance in der Vergangenheit, S&P 500 Composite (12-Monats-Nettorendite in USD) – 2021, 28,7%; 2022, -18,1%; 2023, 26,3%; 2024, 25%; 2025, 17,9%.
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