Weekly House View | Donroe-Doktrin
Wochenrückblick
Für Aktienanleger erwies sich 2025 als positiv: Der MSCI All Countries Index1 beendete das Jahr auf Total-Return-Basis mit einem Plus von 22,9%. Zölle, geopolitische Spannungen und finanzpolitische Sorgen waren wichtige Themen und trieben die Preise von Edelmetallen in die Höhe. Gold, Silber und Platin stiegen im Laufe des Jahres um 65%, 147% bzw. 125%. Dadurch war eine Unze Silber erstmals seit 1975 teurer als ein Barrel Öl.
Letzte Woche gab der Silberpreis nach, nachdem die Chicago Mercantile Exchange die Margen für Edelmetall-Futures angehoben hatte. Gleichwohl sind Edelmetalle die klaren Gewinner der Ereignisse in Venezuela, wo US-Streitkräfte am Samstag Präsident Nicolás Maduro festgenommen haben. US-Präsident Donald Trump verwies bei der Militäraktion auf die „Donroe-Doktrin“ – eine Neuauflage der Monroe-Doktrin, wonach die USA Anspruch auf die Vorherrschaft in der Region haben. Trump erklärte, er stelle Venezuela vorübergehend unter US-Kontrolle. Die Lage ist weiter unklar, und die Auswirkungen auf einzelne Anlageklassen hängen davon ab, ob die USA ihre Ziele mit der neu gebildeten Regierung Venezuelas erreichen. Venezuela verfügt über die grössten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt, doch aufgrund der bröckelnden Infrastruktur erreicht die Fördermenge nur einen Bruchteil der Kapazität.
In Bezug auf den Ukraine-Konflikt bestätigte Donald Trump, dass er und der ukrainische Staatschef Selenskyi einem Friedensabkommen näher gekommen, umstrittene Punkte aber ungeklärt geblieben seien.
Geopolitik
Trump warnte am Sonntag vor einem „zweiten Schlag“ für den Fall, dass Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez nicht kooperiere. Interimspräsidentin Rodríguez erklärte, Venezuela werde „niemandes Kolonie“. Trump bezeichnete sie als „kooperativ“. Dass die geopolitischen Risiken steigen, zeigt sich auch im Iran, wo mehrere Menschen bei Protesten getötet wurden.
Zentrale Daten
In China übertraf der offizielle PMI für das verarbeitende Gewerbe die Erwartungen und stieg von 49,2 im November auf 50,1 im Dezember. Der offizielle PMI für das nichtverarbeitende Gewerbe erholte sich ebenfalls und verbesserte sich von 49,2 im November auf 50,2 im Dezember.