Weekly House View

Weekly House View | Regimewechsel bei der Fed

Wöchentlicher CIO-Kommentar.

Wochenrückblick

Bei seiner ersten geldpolitischen Sitzung als Fed-Chef hat Kevin Warsh die anschliessende Erklärung von 341 auf 130 Wörter zusammengestrichen und damit in der Kommunikation der Fed einen Regimewechsel vollzogen. Warsh präsentierte sich als Falke, und bei US-Treasuries kam es zu einem „Bear Flattening“ der Renditekurve: Die kurzfristigen Renditen stiegen, während sich die langfristigen kaum bewegten. Warsh will eine sparsamere Kommunikation der Fed, eine schlankere und weniger stark diversifizierte Bilanz sowie eine breitere Datenbasis für Entscheidungen. Er weigerte sich, eine eigene Zinsprognose für den sogenannten Dot Plotabzugeben. Von den Geldpolitikern, die Prognosen abgaben, rechnet die Hälfte (9) in diesem Jahr mit mindestens einer Zinserhöhung. Der S&P 500 beendete den Tag von Warshs erster geldpolitischer Sitzung im Minus. Noch nie hat der Blue-Chip-Index am Tag einer Sitzung mit neuem Fed-Chef im Plus geschlossen. Auf Wochenbasis stieg der S&P1 500 um 1%.

Das Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran wirkte zunächst wackelig, doch der iranische Aussenminister erklärte später, nach Gesprächen mit dem Ziel einer dauerhaften Einigung zur Beendigung des Kriegs habe es „grosse Fortschritte“ gegeben.

In Grossbritannien kündigte Keir Starmer seinen Rücktritt als Premierminister an, nachdem sich sein Rivale Andy Burnham mit dem Gewinn einer Nachwahl die Favoritenrolle im Kampf um die Nachfolge gesichert hatte.

BMW hat seine Prognose für das operative Ergebnis des Automobilgeschäfts gesenkt, vor allem wegen seiner Probleme in China. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, die chinesische Währung sei um 30% unterbewertet, und forderte einen internationalen Dialog über Währungsbewertungen.

Die Bank of Japan hob den Leitzins auf 1% an, woraufhin der Yen nachgab, weil die Zentralbank nach Meinung der Märkte der Entwicklung hinterherhinkt.

Zitat der Woche

Merz überreichte US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel ein Trikot der deutschen Fussballnationalmannschaft mit den Worten: „Wir sind imselben Team.“ Tage später warf die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die ebenfalls beim G7-Gipfel war, Trump vor, gegenüber den Feinden des Westens zu „nachgiebig“ zu sein.

Zentrale Daten

In den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,9%, während die um volatile Kategorien bereinigte Kontrollgruppe statt der erwarteten 0,4% um 0,7% zulegte.

In China sanken die Einzelhandelsumsätze im Mai zum ersten Mal seit über drei Jahren.

In Deutschland verbesserte sich die Stimmung der Anleger im Juni, weil Hoffnung auf Entspannung im Irankonflikt aufkam.

1 Quelle: Pictet WM AA&MR, Thomson Reuters. Performance in der Vergangenheit, S&P 500 Composite (12-Monats-Nettorendite in USD) – 2021, 28,7%; 2022, -18,1%; 2023, 26,3%; 2024, 25%; 2025, 17,9%.
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