Monthly House View | Juli 2026
Hintergrund
Zu Beginn des Jahres bot das globale Wirtschaftsumfeld günstige Voraussetzungen für Wachstum –bis der Irankrieg ausbrach. Der Konflikt veränderte die Lage schlagartig, wobei die höheren Energiepreise die Zentralbanken in Alarmbereitschaft versetzten und die privaten Haushalte belasteten. Aktuell setzt die Wirtschaft ihre seit dem letzten Jahr zu beobachtende K-förmige Entwicklung fort. Dies gilt insbesondere für die USA. Während die wohlhabendsten Amerikaner weiterhin von KI-getriebenen Kursgewinnen am Aktienmarkt profitieren, sehen sich einkommensschwächere Haushalte mit Schwierigkeiten konfrontiert.
An den Märkten beflügelt der Investitionsboom zum Ausbau der für den Betrieb von KI-Modellen benötigten Infrastruktur den Technologiesektor. Wir rechnen auch in anderen Sektoren mit steigenden Investitionsausgaben. Dies dürfte dazu beitragen, die durch die K-förmige Wirtschaftsentwicklung entstandene Kluft von unten her weiter zu schliessen– ein Trend, der bereits bis zum Ausbruch des Irankriegs zu beobachten war.
Entspannung
Die Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran, die im am 17. Juni unterzeichneten Islamabad-Memorandum zum Ausdruck kommt, hat die Sorgen über die Energieversorgung beschwichtigt. Da der Energieschock allmählich nachlässt, dürfte die Gesamtinflation ihren Zenit überschritten haben. Der „OPECxit“(d. h. die Entscheidung der Vereinigten Arabischen Emirate, aus der Vereinigung der Ölproduzenten auszutreten) untermauert diese Einschätzung, da die Märkte davon ausgehen, dass die VAE die Förderung unabhängig von der OPEC ankurbeln könnte.
Der Ölpreisschock und die Lieferkettenstörungen haben jedoch zu Preisdruck in der Versorgungskette geführt, was sich nach wie vor in der Wirtschaft bemerkbar macht, während die sogenannte „Techflation“ für zusätzlichen Preisauftrieb sorgt.
Dadurch sehen sich die Zentralbanken mit einem schwierigen Balanceakt zwischen hartnäckiger Inflation und polarisiertem Wachstum konfrontiert – was typisch für eine K-förmige Wirtschaft ist. Es besteht das Risiko, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr anhebt. Zu grösseren Zinssenkungen dürfte es nur dann kommen, wenn sich das Wachstum abschwächt oder sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtern.