Monthly House View | August 2026
Der neuerliche Konflikt im Nahen Osten sorgt abermals für Störungen an den globalen Energiemärkten. Die Schliessung der Strasse von Hormus durch den Iran hat den dortigen Tankerverkehr zum Erliegen gebracht, und die Angriffe der Huthi im Roten Meer verkomplizieren die Lage.
Diese Schocks, die zur KI-bezogenen „Techflation“ hinzukommen, erhöhen die Inflationsrisiken und ziehen eine „hawkishe“ Neubewertung an den Anleihenmärkten nach sich. Die Märkte preisen nun bis Jahresende jeweils zwei Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank ofEngland (BoE) ein.
Die US-Konsumentenpreisinflation fiel im Juni indes unerwartet niedrig aus, und Fed-Chef Kevin Warsh sandte bei der Juli-Sitzung überraschend „dovishe“ und etwas verwirrende Signale, weshalb die Anleger Bedenken hinsichtlich seiner Bereitschaft und Fähigkeit hegten, die Teuerung im Zaum zu halten. Die Konjunkturdaten in Europa fallen trotzhöherer Energiepreise recht robust aus, während angesichts der Inflationsrisiken die EZB mit Blick auf den September äusserst wachsam bleiben dürfte.
In Grossbritannien gestaltet sich das Umfeld entgegenkommender. Schwächere Arbeitsmarktdaten und niedrigere Energie- und Lebensmittelpreise liessen die Gesamt- wie auch die Kerninflation sinken. Der neue britische Premierminister Andy Burnham setzt sich für politische Massnahmen ein, mit denen die Belastung durch die hohen Lebenshaltungskosten gemindert werden soll. Gleichzeitig zeigen sich Anleger weiterhin besorgt über das Ausmass zusätzlicher Staatsausgaben.
In Japan stellt sich die Lage anders dar. Der Yen sank gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahrzehnten, was die Behörden zu einer historischen Devisenmarktinterventiongemeinsam mit den USA veranlasste. Die BoJ schlug restriktivere Töne an und ist bereit, die Leitzinsen schneller zu erhöhen, sollte die Teuerung in den nächsten Monaten überraschend hoch ausfallen.