Weekly House View | Nervosität an den Märkten
Wochenrückblick
Angesichts der Sorgen um die Tragfähigkeit des KI-Booms, der sozialen Unruhen in Frankreich und der neuen Spannungen im Nahen Osten haben viele Anleger letzte Woche ihr Heil in sicheren Anlagen gesucht. Dadurch sanken die Renditen zehnjähriger US-Treasuries, die sich umgekehrt proportional zu ihrem Kurs verhalten, um 9 Basispunkte. In diesem Marktumfeld stellen sinkende Renditen eine Wachstumswarnung dar, während steigende Renditen die Bewertung von Aktien infrage stellen, weil die Aktienrisikoprämie schrumpft. Verschärft wurden die Wachstumssorgen dadurch, dass der Preis für Rohöl der Sorte Brent am Freitag den höchsten Stand seit fast sechs Monaten erreichte.
Der S&P 5001 fiel auf Wochenbasis um 0,5 %. Die Märkte sehen die immer grösser und teurer werdenden KI-Rechenzentren kritisch und fragen sich, wann mit Erträgen zu rechnen ist.
Laut Susan Li, CFO von Meta, ist Muse, der neue persönliche Assistent des Unternehmens, so rechenintensiv, dass „die Ausweitung der Nutzerbasis erhebliche Investitionen erfordern wird und wir mit steigenden Gesamtbetriebskosten rechnen“. Bei Neocloud-Unternehmen, Spezialanbietern von Rechenkapazität für KI, führten Sorgen um ihre Bilanzen zu einer Verkaufswelle. Unabhängig davon hat Amazon nach lokalem Widerstand seine Pläne aufgegeben, auf einem USD 427 Mio. teuren Gelände im Norden von Virginia vier Rechenzentren zu bauen.
In Frankreich fielen die Aktien von Carrefour nach einer Gewinnwarnung infolge der Unruhen, und der Luxusgüterkonzern Hermès meldete ein rückläufiges Umsatzwachstum.
Positiv ist dagegen eine vorläufige Einigung auf EU-Ebene über eine Reform des Verbriefungsmarkts, durch die Milliarden Euro zur Finanzierung von Initiativen mobilisiert würden.
Zitat der Woche
Ken Griffin, Gründer des Hedgefonds Citadel, sagte: „Es gibt momentan mit ziemlicher Sicherheit Blasen.“
Zentrale Daten
In den USA fiel der Wohnimmobilienmarktindex der National Association of Home Builders (NAHB) im Oktober 2026 um 3 Punkte auf 29 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Juni 2012. Der Index der schwebenden Wohnimmobilienverkäufe sank im September um 7,3% auf 66,0, obwohl lediglich ein Rückgang um 0,5 % erwartet worden war. Der endgültige Konsumklimaindex der Universität Michigan für Oktober lag bei 48,0, verglichen mit prognostizierten 46,3.