Weekly House View | Fed wartet auf VPI-Daten für Zinsentscheid
Wochenrückblick
In den USA fielen die Daten zum Arbeitsmarkt und zum Dienstleistungssektor überraschend robust aus. Viel wichtiger für die Entscheidung der Fed für oder gegen eine Zinserhöhung wird jedoch sein, wie die im Wochenverlauf veröffentlichten Zahlen zum Verbraucherpreisindex (VPI) ausfallen.
Die robusten Daten der vergangenen Woche stehen im Kontrast zu dem sich langsam zuspitzenden Irankonflikt. So griff das US-Militär drei iranische Tanker an, nachdem der Iran Raketen auf zwei Kriegsschiffe der US-Marine abgefeuert hatte. Wie stark der Konflikt die Energiemärkte trifft, zeigt sich daran, dass die europäischen Erdgaspreise auf den höchsten Stand seit 2023 gestiegen sind und sich die Inflation im Euroraumauf 3,3% beschleunigt hat.
In Deutschland hat die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt einen Sieg errungen und den etablierten Parteien damit einen herben Schlag versetzt.
In Russland erklärte Präsident Wladimir Putin, sein Land habe viele Freunde in den USA und es bestehe die Chance auf eine Lösung des Ukraine-Konflikts.
Derweil gab der Volkswagen-Konzern bekannt, dass der weltweite Abbau von weiteren 50 000 Arbeitsplätzen geplant sei. Aktien des Cloud-Datenanbieters Snowflake legten um 22% zu, beflügelt durch die höhere Plattformnutzung im Zuge der stärkeren Verbreitung generativer KI. Im Private-Credit-Segment kündigte Blackstone an, Rücknahmen bei seinen Private-Credit-Fonds auf 5% der Anteile zu begrenzen. Auch Cliffwater hat für seinen Flagship-Private-Credit-Fonds eine Obergrenze für Rücknahmen eingeführt, nachdem Anleger versucht hatten, rund 16% der Anteile zurückzugeben – ein Indiz für Probleme an den Private-Debt-Märkten.
Zitat der Woche
„Ich glaube, dass die Weltwirtschaft dank KI um 20 bis 30% wachsen könnte. Das ist meine grobe Schätzung“, so Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, auf einem G20-Treffen.
Zentrale Daten
Der vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor stieg im August 2026 auf 55,4% – der höchste Anstieg seit sechs Monaten. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel indes auf 54,6. Allein der Unterindex der bezahlten Preise verharrte auf hohem Niveau. Die US-Zahlen zur Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft zeigten für August einen Zuwachs von 162 000 Stellen, während der Konsens von rund 55 000 ausgegangen war.
Japans Dienstleistungssektor verzeichnete im August das stärkste Wachstum seit fünf Monaten.
In der Schweiz fiel die Inflation mit 0,8% überraschend hoch aus, doch die Kerninflation lag bei nur 0,4%. Wir gehen davon aus, dass die SNB die Leitzinsen 2027 unverändert belässt.