Weekly House View | Noch kein Deal
Wochenrückblick
Noch gibt es keine Friedensvereinbarung zwischen USA und Iran, und Teheran beklagt eine „Verschiebung des Verhandlungsrahmens“. Ende letzter Woche erklärte Präsident Donald Trump, die USA würden am Montag eine Delegation zu Friedensgesprächen nach Pakistan entsenden, während der Iran eine zweite Gesprächsrunde ablehnte. Allen Fortschritten in Richtung Frieden stehen mehrere Punkte im Weg, darunter die Kontrolle über das angereicherte Uran des Iran und die Öffnung der Strasse von Hormus.
Dennoch stieg der S&P 5001 um 4,5%, wobei die Rally von systematischen Hedgefonds ausging, die als Commodity Trading Advisors (CTAs) bekannt sind. Auch die ersten Quartalszahlen der Unternehmen fielen robust aus. Im Private-Credit-Bereich kaufte Pimco Blue-Owl-Anleihen im Wert von USD 400 Mio., obwohl die Branche nach wie vor im Zeichen von Abschreibungen steht.
In der Welt der künstlichen Intelligenz (KI) gelang dem Anthropic-Modell Mythos ein Durchbruch. Die Forscher platzierten das Modell in einer „Sandbox“, einer sicheren Computerumgebung, die laut Konzept keine externen Zugriffe erlaubt. Es sollte versuchen, dort zu „entkommen“ und eine Möglichkeit zu finden, ihnen eine Erfolgsmeldung zu schicken, und tatsächlich gelang es ihm, an einen der Forscher eine E-Mail zu senden. Mythos verdeutlicht, welche Risiken und Systemschwachstellen bei der KI-Entwicklung drohen. Die KI wird zwei Seiten haben: Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen im Kampf gegen Cybersicherheitsbedrohungen.
Zitat der Woche
Um seinen erfolgreichen Ausbruch aus der Sandbox zu melden, soll das Anthropic-Modell Mythos eine Nachricht gesendet haben, die im Wesentlichen lautete: „Ich bin draussen“. Anthropic hatte zuvor erklärt: „KI-Modelle haben mit ihren Programmierkünsten ein Niveau erreicht, auf dem beim Aufspüren und Ausnutzen von Software-Schwachstellen nur die versiertesten Menschen mithalten können.“
Zentrale Daten
Chinas BIP-Wachstum stieg im 1. Quartal gegenüber dem Vorquartal von 4,5% auf 5% auf Jahresbasis. Gründe für diese Entwicklung waren eine starke Zunahme der Exporte, bevor der Irankrieg für steigende Energiepreise sorgte, und eine Erholung der Investitionen. Allerdings war die Konsumdynamik im 1. Quartal rückläufig und die Sparquote weiterhin hoch.