Weekly House View | Geist des Dialogs in Davos
Wochenrückblick
Die geopolitischen Spannungen haben sich letzte Woche verschärft, als US-Präsident Donald Trump drohte, gegen acht europäische Länder neue Zölle in Höhe von 10% zu verhängen, bis sie ihn bei seinem Ziel unterstützen, Grönland zu kaufen. Als Reaktion darauf erwägen die EU-Länder nun, auf US-Waren Zölle in Höhe von EUR 93 Mrd. zu erheben oder den Zugang von US-Unternehmen zum Binnenmarkt zu beschränken. Angesichts der zunehmenden Spannungen schloss der S&P 500 am Ende einer turbulenten Woche mit einem Minus von 0,4% (in USD)1. Wenn Trump am Mittwoch zum Weltwirtschaftsforum nach Davos kommt, wird das Thema sicher zur Sprache kommen. Das Motto der Jahrestagung lautet „Geist des Dialogs“. Eine positive Nachricht für den Welthandel ist die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen Mercosur. Nach 25-jährigen Verhandlungen entsteht damit die grösste Freihandelszone der Welt. In den USA begann die Berichtssaison zum 4. Quartal stark, wobei die Ergebnisse der Grossbanken im Durchschnitt etwas besser ausfielen als erwartet. Der über den Erwartungen liegende Anstieg der Industrieproduktion deutet darauf hin, dass sich schwächelnde Bereiche der US-Wirtschaft nun vielleicht erholen. Die US-Verbraucherpreisinflation (VPI) fiel niedriger aus als erwartet, die Verkäufe bestehender Häuser zogen an und die Einzelhandelsumsätze erholten sich.
Zitat der Woche
„Wahrer Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern die Präsenz von Gerechtigkeit.“ – Martin Luther King, Jr. (US-Märkte sind am Montag für den Martin Luther King, Jr. Day geschlossen)
Zentrale Daten
Der US-Verbraucherpreisindex blieb im Dezember unter den Erwartungen, denn nach einem geringen Wert im November war mit einem stärkeren Wiederanstieg gerechnet worden. Die Kerninflation stieg um 0,24%, die Gesamtinflation um 0,31%, allerdings sind die Komponenten des Kernindex der persönlichen Konsumausgaben weiterhin robust. Die US-Industrie-produktion legte im Dezember um 0,4% und damit stärker als erwartet zu. Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen stärker als erwartet.