Weekly House View | Und der Gewinner ist… Kevin Warsh
Wochenrückblick
US-Präsident Trump hat Kevin Warsh für den Vorsitz der Federal Reserve nominiert. Warsh hat sich für ein Abkommen zwischen der Fed und dem Finanzministerium ausgesprochen, um den Beziehungen einen neuen Rahmen zu geben, und bei der Fed einen Bilanzabbau gefordert, der seiner Meinung nach niedrigere Zinsen ermöglichen könnte, ohne dem US-Dollar (USD) zu schaden. Warsh galt früher als geldpolitischer Falke, hat aber zuletzt öffentlich für Zinssenkungen plädiert. Er befürwortet einen starken USD und hat kritisiert, dass die Geldpolitik der Fed die US-Währung seit 2008 geschwächt habe. Warshs Haltung zum USD und sein Wunsch nach einem Bilanzabbau der Fed haben letzte Woche zu einer Verkaufswelle bei Edelmetallen geführt. Gold verlor 1,9%, während Silber, Palladium und Platin sogar zweistellige Verluste verzeichneten. Der USD legte um 0,2% zu. Nach Drohungen der USA mit einem Militärschlag gegen Iran stieg der Ölpreis (WTI) um 7%. Warsh wird Nachfolger des amtierenden Fed-Chefs Jerome Powell, dessen Amtszeit als Vorsitzender im Mai endet. Powells Amtszeit als Gouverneur läuft 2028 aus. Allerdings endete am Samstag die Amtszeit von Fed-Gouverneur Stephen Miran, wodurch ein Platz für Warsh frei wurde. In Japan kündigten zwei wichtige Oppositionsparteien an, im Vorfeld der erwarteten vorgezogenen Neuwahl gemeinsam für eine noch expansivere Finanzpolitik zu kämpfen. Die EU und Indien haben nach fast 20-jährigen Verhandlungen ein Handelsabkommen unterzeichnet, durch das sich die EU-Warenexporte nach Indien bis 2032 verdoppeln sollen.
Geopolitik
Trump schrieb in einem Social-Media-Post: „Eine riesige Armada ist auf dem Weg Richtung Iran. Sie bewegt sich schnell, mit grosser Kraft, Begeisterung und Zielstrebigkeit.“
Zentrale Daten
Die US-Erzeugerpreise stiegen im Dezember um 0,5% und damit stärker als erwartet. Wichtige Daten, die in den – von der Fed genau verfolgten – Index der privaten Konsumausgaben (PCE) einfliessen, zeigten jedoch weiterhin keinen starken Preisdruck. In China steigerte die Industrie ihre Gewinne im Dezember 2025 auf Jahresbasis um 5,3% und schaffte damit nach dem Minus von 13,1% im November 2025 eine Trendwende. In der Eurozone stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 4. Quartal auf Quartalsbasis um 0,3% und auf Jahresbasis um 1,3%. Beide Werte lagen leicht über dem Konsens.