Weekly House View | Gespräche Xi und Trump: zweite Runde
Wochenrückblick
Erstmals seit 2023 hat die Fed die Zinsen erhöht. Mit ihrer einstimmigen Entscheidung widersetzte sie sich den Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach Senkung der Kreditkosten. Zudem haben die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) aktualisierte Zinsprojektionen vorgelegt, gemäss denen die meisten eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr vorsehen.
Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries überschritt die 5%-Marke und erreichte ihren höchsten Stand seit 2007. Vor allem aber flachte sich die Zinsstrukturkurve ab, weil die kurzfristigen Renditen schneller stiegen als die langfristigen. Hierunter litten die Aktien von Banken, weil diese Geld meist kurzfristig aufnehmen und langfristig verleihen. Die Bank of America warnte zudem vor schwächeren Erträgen aus dem Handels- und Transaktionsgeschäft.
Der S&P 5001 fiel 0,1%.
Die Bank of Japan (BoJ) erhöhte ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25%, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Der Beschluss wurde mit sieben zu zwei Stimmen gefasst. Als aber ein klares Bekenntnis der BoJ zu einem aggressiven geldpolitischen Straffungskurs ausblieb, verbuchte der Yen Verluste.
In den USA erreichte der durchschnittliche Dieselpreis ein Rekordhoch von USD 6,27 pro Gallone. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, erklärte, er sei „offen für die Prüfung“ eines Exportverbots für Diesel.
In Deutschland versprach Bundeskanzler Friedrich Merz, im Amt zu bleiben, obwohl die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden war. Medienberichten zufolge bereiten die AfD und Moskau Gespräche vor, damit wieder russisches Gas nach Deutschland fliesst.
Zitat der Woche
„Ich verlasse mich auf Kevin (Warsh), aber wie Sie wissen, hat er einen sehr schwierigen Gouverneursrat“, sagte Trump über den Fed-Chef. „Ich habe mit Kevin gesprochen und gesagt: ‚Du kannst genauso gut mit dem Rat stimmen. Das wird keinen Unterschied machen.‘“
Zentrale Daten
In den USA stiegen die Umsätze im Detailhandel und Gastgewerbe im August gegenüber dem Vormonat um 1,2%, womit sie die Prognosen übertrafen und den Rückgang vom Juli wettmachten. Das Modell GDPNow der Fed von Atlanta hat seine Schätzung für das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im 3. Quartal auf annualisierte 5,1% angehoben. Ein Schwachpunkt der US-Wirtschaft ist der Wohnungsmarkt, und bei den Wohnungsbauunternehmen sank die Stimmung im September auf den tiefsten Stand seit einem Jahr.
In China stiegen die Detailhandelsumsätze im August nur um 0,4%, obwohl Ökonomen 0,8% prognostiziert hatten.