Weekly house view | Warten auf den Deal
Wochenrückblick
Eine vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran über die Verlängerung ihres Waffenstillstands um 60 Tage und die Wiederöffnung der Strasse von Hormus ist zwar näher gerückt, aber ein Abkommen haben die Staatsspitzen der beiden Länder bisher nicht unterzeichnet. Der US-Verteidigungsminister erklärte, Präsident Donald Trump werde „geduldig“ bleiben.
Die Hoffnung der Märkte auf eine Einigung und die Begeisterung für Aktien mit KI-Bezug haben dem S&P 5001 ein Plus von 1,4% beschert. Damit ist der Blue-Chip-Index nun seit neun Wochen in Folge gestiegen – die längste Aufwärtsbewegung seit 2023. Die Marktbewertung von Micron ist aufgrund der KI-getriebenen Nachfrage nach seinen Speicherchips auf über USD 1 Bio. gestiegen. Starbucks setzt ein weiteres Zeichen für den Einzug von KI in Unternehmen und knüpft 25% der Boni seiner Technologiemitarbeiter daran, inwieweit sie KI nutzen. Anthropic hat in einer Finanzierungsrunde USD 65 Mrd. eingesammelt und damit seinen Wert vor dem erwarteten Börsengang auf USD 965 Mrd. gesteigert.
Die KI-Begeisterung stiess aber auch auf Widerstand. Papst Leo XIV. forderte strengere ethische Schutzmassnahmen. China begann mit einer Untersuchung KI-befeuerter Aktienrallyes und verlangte von einigen börsenkotierten Unternehmen eine Klarstellung, ob ihr Kerngeschäft einen wesentlichen KI-Bezug aufweist.
Ausserdem startete China eine Offensive gegen Offshore-Vermögenswerte. Trotzdem wertet der CNY weiter auf und steht schon seit sechs Quartalen im Plus. In Japan kündigte die Premierministerin einen Nachtragshaushalt von gut USD 19 Mrd. an, um gegen den Anstieg der Lebenshaltungskosten vorzugehen.
Zitat der Woche
Die Europäische Kommission erklärte, der Dialog mit China werde fortgesetzt, fügte jedoch hinzu: „Die Verflechtung der Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen nimmt immer mehr zu, und beide Dimensionen erfordern eine robustere und kohärentere Reaktion.“ Die Kommission leitete eine Untersuchung des Angebots eines chinesischen E-Commerce-Konzerns zur Übernahme eines deutschen Einzelhandelsunternehmens wegen möglicher staatlicher Subventionen ein.
Zentrale Daten
In den USA zeigten die Daten zur Kerninflation der privaten Konsumausgaben (PCE) für April eine Teuerung von 0,24% auf Monatsbasis; auf Jahresbasis stieg die Teuerung gegenüber dem Vormonat von 3,2%auf 3,3%.
In Tokio fiel die Kerninflationsrate auf 1,3%, den tiefsten Stand seit vier Jahren, weil staatliche Subventionen den Druck auf die Haushalte milderten.
In Frankreich schrumpfte die Wirtschaft im 1. Quartal um 0,1%. Dennoch scheint die Europäischen Zentralbank auf eine Zinserhöhung im Juni zuzusteuern.