Weekly House View | Frankreichs Spread auf Krisenniveau

Weekly House View | Frankreichs Spread auf Krisenniveau

Wöchentlicher CIO-Kommentar.

Wochenrückblick

Die Risikoprämie für französische Staatsanleihen (OATs) gegenüber deutschen Bundesanleihen – der sogenannte Spread – hat sich letzte Woche ausgeweitet, weil sich die Anleger zunehmend Sorgen um die Glaubwürdigkeit der französischen Finanzpolitik machen. Der Spread zwischen zehnjährigen OATs und Bundesanleihen weitete sich auf rund 150 Basispunkte aus und erreichte damit Niveaus wie während der Eurokrise.

In den USA ist nach einer Abwärtskorrektur der Kerninflation der privaten Konsumausgaben (PCE) auf 3,0% eine Zinserhöhung durch die Fed zwar weiterhin notwendig, aber nicht mehr so dringlich. Der durchschnittliche Zinssatz, den die US-Regierung für ihre Schulden zahlt, hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt, wobei die Rendite 30-jähriger Anleihen mit 5,57% den höchsten Stand seit 2002 erreichte.

Nach Hinweisen von Forschern auf Sicherheitsbedenken hat OpenAI die Veröffentlichung eines neuen KI-Modells abgesagt. Wegen des Margendrucks durch chinesische Konkurrenten will BMW jede fünfte Führungsposition mit KI-Hilfe abbauen. Nvidia hat einen zusätzlichen Aktienrückkauf im Umfang von USD 150 Mrd. genehmigt – den grössten aller Zeiten. Wir bevorzugen Zykliker gegenüber Konsumtiteln. Im Einklang damit fielen die Ergebnisse von Micron besser aus als erwartet, während Nike enttäuschte und Lindt wegen rückläufiger Nachfrage die Schokoladenpreise senkte.

Der S&P 5001 fiel 0,3%.

Angesichts des anhaltenden Irankonflikts entsenden die USA einen dritten Flugzeugträger und Tausende weitere Soldaten in den Nahen Osten. Da der Krieg in eine gefährlichere Phase eintritt, haben die G7-Staaten die Freigabe von 100 Millionen Barrel Öl und Diesel vereinbart.

Zitat der Woche

„Der Brexit hat mehr Schaden als Nutzen gebracht“, erklärte der britische Premierminister Andy Burnham und warf ein, Grossbritannien solle Optionen wie einen Wiedereintritt in die EU erwägen.

Zentrale Daten

In den USA stieg die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft im September um 29 000 und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Die Zahlen für die beiden Vormonate wurden um insgesamt 60 000 nach unten korrigiert. Die US-Arbeitslosenquote stieg im September auf 4,2%, und das Lohnwachstum verlangsamte sich. Die Daten bestätigten einen stabilen Arbeitsmarkt.

Im Euroraum stieg die Jahresinflation im September auf 3,8%.

In Japan ergab die Tankan-Umfrage für das 3. Quartal ein Achtjahreshoch des Geschäftsklimas bei den grossen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und erhöhte Investitionspläne. Ein leichter Rückgang der Inputkosten der Unternehmen und eine Stabilisierung der Inflationserwartungen sprechen gegen beschleunigte Zinserhöhungen. 

1 Quelle: Pictet WM AA&MR, Thomson Reuters. Performance in der Vergangenheit, S&P 500 Composite (12-Monats-Nettorendite in USD) – 2021, 28,7%; 2022, -18,1%; 2023, 26,3%; 2024, 25%; 2025, 17,9%.
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