Weekly House View | Die Uhr tickt
Wochenrückblick
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an Iran zur Öffnung der Strasse von Hormus um zehn Tage auf den 6. April verschoben. Zuvor hatte er erklärt, die Gespräche verliefen „sehr gut“. Trotzdem eskalierte der Krieg, und seine wirtschaftlichen Auswirkungen ebenso. Alarmierend für Europa war, dass Teheran zwei Raketen auf die 4000 km entfernte Insel Diego Garcia abfeuerte, wo die USA und Grossbritannien einen gemeinsamen Militärstützpunkt betreiben. Bezeichnend für die Schäden an der Infrastruktur war, dass zwei der grössten Stahlwerke des Iran bei Luftschlägen beschädigt und zwei Aluminiumproduzenten im Nahen Osten bei iranischen Angriffen getroffen wurden. Trump erklärte, seine „Präferenz wäre die Übernahme des Öls“ im Iran. Ein Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wurde wegen des Kriegs auf den 14. und 15. Mai verschoben. im Euroraum spiegelten sich die Auswirkungen des Konflikts in den Daten wider. So deuteten Einkaufsmanagerindizes (PMI) darauf hin, dass die Wirtschaft im März praktisch stagniert hat und der Preisdruck gestiegen ist.
Der S&P 500 fiel die fünfte Woche in Folge und verlor 2%1 (in USD). Auf dem Private-Credit-Markt schränkte Apollo Global Management bei einem seiner Private-Credit-Vorzeigefonds die Rücknahme von Anteilen ein, doch JPMorgan konnte Anleihen in Höhe von USD 15 Mrd. für den Leveraged Buyout von Electronic Arts platzieren. Hieran zeigt sich, dass dieser Sektor vor allem ein Liquiditätsproblem hat. Beim Thema KI führte die Ankündigung des TurboQuant-Algorithmus von Google, der den Speicherbedarf von KI-Modellen drastisch reduziert, zu einer massiven Verkaufswelle bei Aktien von Speicherhalbleiterherstellern.
Zitat der Woche
„Wir müssen ihm wohl einen Platz im Weissen Haus suchen“, scherzte Trump über den designierten Fed-Chef Kevin Warsh und spielte damit auf die Renovierungskosten für das Fed-Gebäude unter Amtsinhaber Jerome Powell an.
Zentrale Daten
Das Konsumklima im Euroraum fiel diesen Monat auf den tiefsten Stand seit Ende 2023, von revidierten -12,3 im Februar auf -16,3. Der Composite PMI für den Euroraum fiel im März auf ein Zehnmonatstief von 50,5, was hauptsächlich auf eine Abschwächung im Dienstleistungssektor zurückzuführen war, während das verarbeitende Gewerbe stabil blieb.
Obwohl sich das US-Konsumklima im März stärker abgekühlt hat als erwartet, wies der Redbook-Index auch für Ende des Monats noch starke Einzelhandelsumsätze aus. Der US Global Services PMI lag im März bei 51,1 und damit knapp unter den Erwartungen.