Weekly House View | Hohe Inflation lässt US-Renditen steigen
Wochenrückblick
Die Renditen von US-Treasuries beendeten die letzte Woche fast auf mehrjährigen Hochs, nachdem die US-Indizes für die Verbraucher- und Erzeugerpreise hoch ausgefallen waren. Es wird zunehmend davon ausgegangen, dass die Fed diese Woche die Zinsen erhöht. Die Verbraucherpreisdaten deuten darauf hin, dass die höheren Energiekosten auch Dienstleistungen verteuern.
In Anspielung auf die Casino-Regel, dass am Ende immer die Bank gewinnt, warnte US-Finanzminister Scott Bessent Händler vor Spekulationen gegen den Yen mit den Worten: „Das Haus bin jetzt ich.“ Die Äusserung war eine Reaktion auf die Nachricht, dass Japans Devisenreserven im August aufgrund von Interventionen zur Stützung des Yen um die Rekordsumme von USD 80 Mrd. gesunken waren.
Bei ihrer auswärtigen Ratssitzung in Berlin erhöhte die Europäische Zentralbank die Zinsen um 25 Basispunkte und erklärte, sie rechne mit einer „länger anhaltenden“ Inflation bis in die erste Jahreshälfte 2027 hinein. Die Rendite der als Referenz dienenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen stieg zum ersten Mal seit 2009 über 3,5%, weil Händler auf eine weitere Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr wetten.
Im Nahen Osten schloss Saudi-Arabien vorübergehend seine Pipeline, welche die Strasse von Hormus umgeht, nachdem Drohnen aus dem Irak diese wichtige Rohölleitung beschädigt hatten. Der Ölpreis stieg über die Marke von USD 109 pro Barrel und der Dieselpreis in den USA auf über USD 6 pro Gallone.
US-Präsident Donald Trump versprach jedem erwachsenen Amerikaner USD 5000 für den Fall, dass die Republikaner nach den Zwischenwahlen im Repräsentantenhaus und im Senat die Mehrheit behalten.
Der S&P 5001 büsste über die Woche 0,8% ein.
Zitat der Woche
„Die Massnahmen, die ich vorschlage, um den Fortschritt mit der nötigen Umsicht voranzutreiben, werden nicht leicht sein, aber ich glaube, den Versuch sind wir der Menschheit schuldig“, erklärte Anthropic-CEO Dario Amodei, und die Chefs von OpenAI und SpaceX pflichteten ihm bei. Zuvor hatte ein Forscher davor gewarnt, dass KI die Menschheit auslöschen könnte, bevor man ihr Einhalt gebietet.
Zentrale Daten
In den USA lag der Anstieg des Kern-VPI, der Lebensmittel- und Energiepreise ausschliesst, im August bei 0,3% und damit über der Konsensschätzung von 0,2%. Auf Jahresbasis stieg der VPI um 3,4%. Der PPI stieg in den USA gegenüber dem Vormonat um 0,4%.
Die Verbraucherbefragungen der Universität Michigan ergaben einen Rückgang des Konsumklimaindex von 51,7 im August auf 47,8 Anfang September. Zudem rechneten die Verbraucher sowohl für die kommenden zwölf Monate als auch auf Sicht von fünf Jahren mit einer höheren Inflation.
Im Juli verzeichneten die Löhne japanischer Arbeitnehmer den stärksten nominalen Anstieg seit fast drei Jahrzehnten.
Chinas Exportwachstum beschleunigte sich im August, und der seit Jahresbeginn erzielte Handelsüberschuss erreichte USD 806 Mrd.