Monthly House View | Oktober 2026
Die Weltwirtschaft hat sich als überraschend robust erwiesen.
- In den USA treiben die Konsumausgaben und die Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) das Wachstum an.
- In Europa sorgen Exporte und die deutschen Verteidigungs und Infrastrukturausgaben Für Unterstützung.
- Die Produktionszentren Asiens verzeichnen eine hohe Nachfrage nach Halbleitern und Maschinen.
Doch die Aussichten trüben sich ein und die Unsicherheit an den Märkten nimmt zu. In den vergangenen Wochen haben geopolitische Risiken gepaart mit hartnäckiger Inflation und solidem Wirtschaftswachstum die Anleihenrenditen auf den höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten steigen lassen.
In diesem Umfeld haben die Zentralbanken einen restriktiveren Kurs eingeschlagen. Den Auftakt dafür bildete der einstimmige Beschluss der Federal Reserve, die Leitzinsen erstmals seit drei Jahren anzuheben.
Für die weiteren Aussichten ist die Entwicklung der Ölpreise von entscheidender Bedeutung. Ein anhaltender Konflikt im Iran oder stärkere Störungen der weltweiten Ölversorgung würden die Kaufkraft der Haushalte und die Gewinnmargen der Unternehmen weiter belasten und die Finanzierungsbedingungen verschärfen.
Verfestigt sich die Inflation, ist eine weitere Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich. Geben die Energiepreise hingegen nach und verlangsamt sich der Konsum, könnte der Straffungszyklus kürzer ausfallen.
Die Märkte preisen derzeit drei weitere Zinserhöhungen der Fed in den nächsten 12 Monaten ein.
In unserem Basisszenario sind wir eher dovish. Wir erwarten jeweils eine weitere Zinserhöhung seitens der Fed, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE), während die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinsen unverändert lassen dürfte.
Für unsere zurückhaltendere Einschätzung gibt es zwei Gründe. Erstens stabilisiert sich derzeit der US-Arbeitsmarkt, ohne zusätzlichen Inflationsdruck im Inland zu erzeugen. Zweitens gehen wir davon aus, dass die US-Inflation zunehmend beherrschbar wird.
Im Fall der EZB und der BoE dürfte die Kombination aus begrenzter Kerninflation und verhaltenem Wachstum dazu beitragen, einen Zyklus aggressiver Zinserhöhungen zu vermeiden. In der Schweiz dürften niedrige Inflation und eine stärkere Währung die SNB von Zinserhöhungen abhalten.
Der Ölpreis bleibt eine zentrale Einflussgrösse, die es zu beobachten gilt. Wir erwarten jedoch, dass er sich innerhalb einer begrenzten Bandbreite bewegt.