Weekly House View | Zentralbanken treten in den Krieg ein
Wochenrückblick
Die Rhetorik der Zentralbanken wurde letzte Woche angesichts des durch den Irankrieg ausgelösten Anstiegs der Ölpreise und der Inflationsängste falkenhafter. Sogar von möglichen Zinserhöhungen war schon die Rede. Die Fed beliess den Leitzins in einer Spanne von 3,5–3,75% und machte mögliche Senkungen weiterhin von der Inflationsentwicklung abhängig. Die Europäische Zentralbank blieb bei ihrem Leitzins von 2% und skizzierte die Auslöser für eine mögliche Zinsanhebung. Die Bank of England hielt an ihrem Leitzins fest, schlug aber einen falkenhafteren Ton an. Die Bank of Japan und die Schweizerische Nationalbank liessen ihren jeweiligen Leitzins ebenfalls unverändert, wobei die SNB die Bereitschaft signalisierte, an den Devisenmärkten zu intervenieren.
Inflationssorgen führten zu einem sprunghaften Anstieg der kurz- und langfristigen Marktzinsen. Der S&P 5001 legte im Verlauf der Woche 1,9% (in USD) zu. Die Referenzrenditen zehnjähriger US-Treasuries stiegen um elf Basispunkte auf 4,39%.
Mit der Zerstörung von Energieinfrastruktur weitete der Krieg sich aus. Fast ein Fünftel der Exporte von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar könnte für drei bis fünf Jahre beeinträchtigt sein. Am Samstagabend gab US-Präsident Donald Trump dem Iran 48 Stunden Zeit, die Strasse von Hormus zu öffnen, andernfalls drohten Angriffe auf seine Kraftwerke. Am Vortag hatte Trump noch erklärt, er erwäge, den Konflikt „zurückzuschrauben“. Teheran kündigte an, jegliche Angriffe auf seine Kraftwerke mit Schlägen gegen kritische Infrastruktur zu beantworten, welche die Öl- und Gasversorgung auf Jahre hinaus beeinträchtigen könnten. Möglicherweise müssen die G7-Staaten helfen, die Durchfahrt durch die Meerenge zu sichern.
Zitat der Woche
Auf die Frage eines japanischen Reporters, warum er die Verbündeten in Europa und Asien nicht vor dem US-Angriff auf den Iran informiert habe, antwortete Trump: „Wer kennt sich mit Überraschungen besser aus als Japan? Warum habt ihr mir nichts über Pearl Harbor gesagt? Alles klar?“
Zentrale Daten
In den USA beantragten in der Woche zum 14. März 205 000 Menschen Arbeitslosengeld, 8000 weniger als in der Vorwoche und 10 000 unter der Konsensschätzung von 215 000.
In China sind die Staatsausgaben zum Jahresbeginn so stark gestiegen wie in keinem Jahr seit 2022. Auch die breite Geldmenge nimmt zu: Daten zeigen für Februar 2026 einen Anstieg von 9% gegenüber dem Vorjahr, wodurch Liquidität in das System gepumpt wird,0.