Weekly House View | Schlägt KI-Euphorie in KI-Angst um?
Wochenrückblick
Der starke US-Arbeitsmarktbericht war eine positive Überraschung: Die Beschäftigtenzahl ausserhalb der Landwirtschaft stieg im Januar um 130 000, und die Arbeitslosenquote sank von 4,4% auf 4,3%. Das Stellenwachstum für 2025 wurde jedoch nach unten korrigiert, von zuvor geschätzten 49 000 auf 15 000 neue Stellen pro Monat. Beschäftigungszuwächse gab es vor allem im Gesundheitswesen und im öffentlichen Dienst, während in den meisten anderen Sektoren Arbeitsplätze abgebaut wurden. Das Lohnwachstum hat sich stabilisiert, und nach wie vor wechseln nur wenige von der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung oder umgekehrt. Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) ist so langsam gestiegen wie seit fünf Jahren nicht mehr, wobei der Kern-VPI auf Jahresbasis um 2,5% stieg.
Künstliche Intelligenz (KI) beherrschte letzte Woche die Schlagzeilen. Neue KI-Tools belasten ganze Branchen. Betroffen sind Softwarefirmen, Versicherer, Vermögensverwalter, Gewerbeimmobiliendienstleister und Logistikunternehmen. Trotzdem ist die Finanzierung von KI-Investitionen weiterhin robust. Anthropic sammelte von Investoren USD 30 Mrd. ein und kommt damit auf eine Bewertung von USD 380 Mrd., und Alphabet gab zur Stärkung seiner KI-Investitionen 100-jährige Pfund-Anleihen aus.
Mit dem chinesischen Neujahrsfest beginnt das Jahr des Feuerpferds. Die Handelsspannungen zwischen den USA und China verschärften sich, weil das Pentagon dafür plädiert hatte, die chinesischen Unternehmen Baidu, BYD und Alibaba auf eine Liste von Firmen mit Verbindung zum chinesischen Militär zu setzen. Unabhängig davon erwägen die USA gezielte Zollsenkungen für Stahl- und Aluminiumimporte, nachdem Untersuchungen gezeigt haben, dass die meisten Zollkosten den heimischen Markt treffen.
Zitat der Woche
„Tradition ist etwas, das die Realität der Vergangenheit widerspiegelt. Jetzt haben wir eine andere Realität.“ Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, über die Notwendigkeit einer verstärkten Emission gemeinsamer EU-Anleihen.
Zentrale Daten
In den USA sank im Januar die Gesamtinflation auf Jahresbasis stärker als erwartet auf 2,4% und die Kerninflation auf 2,5%, den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. In der Schweiz blieb der Verbraucherpreisindex (VPI) mit 0,1% auf Jahresbasis stabil. Etwa 66% der Unternehmen im S&P 500 haben die Umsatzerwartungen für das 4. Quartal übertroffen, und der Gewinn pro Aktie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 12%. Die britische Wirtschaft wuchs im 4. Quartal nur um 0,1% und im gesamten Jahr 2025 um 1,3%, was auf die anhaltende politische Unsicherheit und die hohen Inputkosten zurückzuführen ist.