Weekly House View | Bis zum Mond und zurück
Wochenrückblick
Mit Blick auf sein Ultimatum für die Zustimmung zu einem Waffenstillstandsabkommen, das am Dienstag um 20.00 Uhr US-Zeit (Mittwoch 2.00 Uhr MESZ) abläuft, hat US-Präsident Donald Trump den Iran gewarnt, das Land könne „innerhalb einer Nacht ausgeschaltet werden“. Für den Fall, dass kein Abkommen zustande kommt, hat Trump Angriffe auf iranische Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken angekündigt. Die Märkte erwarten einen glimpflichen Ausgang, denn Rohstoffpreise, Devisenkurse und langfristige Ölkontrakte sind nicht so stark gestiegen wie der Spotpreis für Öl. Der Preis für US-Rohöl liegt nach wie vor über USD 100, und die US-Benzinpreise haben USD 4 pro Gallone überschritten. Am Freitag schlug Trump vor, die US-Verteidigungsausgaben für das nächste Haushaltsjahr um 42% auf USD 1,5 Bio. zu erhöhen. Der Iran arbeitet nach eigenen Angaben mit dem Oman an einem Protokoll, das die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus regelt.
Nach einem Rekordtrip um den Mond kehren die Astronauten der Artemis II diese Woche zur Erde zurück. Elon Musks Raketenfirma SpaceX hat einen Börsengang beantragt.
Zitat der Woche
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat gereizt auf die Frage reagiert, ob Italien sich von den USA distanzieren sollte. „Was meinen Sie damit, wir sollten uns distanzieren? Dass wir die NATO verlassen sollten? Dass wir amerikanische Stützpunkte schliessen sollten? Dass wir Handelsbeziehungen abbrechen sollten, dass wir McDonald’s stürmen sollten?“.
Zentrale Daten
Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, doch das Gleichgewicht am Arbeitsmarkt ist nach wie vor labil. Mit einem Anstieg um 178 000 übertraf die Zahl der Beschäftigten im März die Erwartungen, und die Arbeitslosenquote sank von 4,44% auf 4,25%. In den letzten drei Monaten schufen die US-Arbeitgeber im Durchschnitt 68 000 neue Stellen. Der US-Einzelhandel verzeichnete im Februar starke Umsätze, doch der Tracker der Fed von Chicago deutet bereits auf einen Rücksetzer im März hin. In den jüngsten Umfragen zum US-Geschäftsklima zeigten sich stagflationäre Tendenzen. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe erholte sich, doch der ISM-Dienstleistungsindex verfehlte die Erwartungen, weil sich ein Anstieg des Preisdrucks abzeichnet.
In Europa zog die Inflation im März an. Die Verbraucherpreisinflation (VPI) im Euroraum stieg um 60 Basispunkte (Bp) auf 2,5%, während die Kerninflation um 10 Bp auf 2,3% auf Jahresbasis sank. In der Schweiz stieg die Gesamt-VPI um 20 Bp auf 0,3%, und die Kerninflation blieb mit 0,4% auf Jahresbasis stabil.