Weekly House View | Teure Fehleinschätzung bei KI
Wochenrückblick
Situational Awareness, ein Hedgefonds mit Schwerpunkt künstliche Intelligenz (KI), hat den Grossteil seiner börsenkotierten Aktien an den Konkurrenten Citadel verkauft, nachdem die nachlassende Marktdynamik bei KI zu schweren Verlusten geführt hatte. Auslöser des Zwangsverkaufs war die Kombination aus Hebelung und hoher Volatilität. Diese Woche wurde bei Big-Tech-Aktien die stärkste Renditestreuung an einem einzelnen Handelstag seitder Coronapandemie im Jahr 2020 verzeichnet. Amazon legten dank der Monetarisierung der KI-Investitionen kräftig zu, während Apple wegen schwacher Smartphone-Nachfrage nachgaben.
Der S&P 5001 legte im Verlauf der Woche 1,1% zu.
An der geldpolitischen Front liess die Fed die Zinsen unverändert, wenn auch gegen die Stimmen von drei Ausschussmitgliedern, die mit Blick auf die Inflation Bedenken hatten und die Zinsen erhöhen wollten. Infolge des Anstiegs der Realzinsen stiegen die Treasury-Renditen am längeren Ende, bei der 30-jährigen Laufzeit sogar auf den höchsten Stand seit 2007. Die Bank of Japan und die Bank of England hielten an ihren Leitzinsen ebenfalls fest.
Die Schweizerische Nationalbank geht davon aus, dass sie an ihren Nullzinsen bis Ende 2027 nichts ändern wird. Mit einer seltenen gemeinsamen Währungsintervention haben Japan, die USA und Südkorea den USD/JPY-Kurs, der mit rund 164 nahe seinem 40-Jahres-Tief lag, in Richtung 157 getrieben und damit ihre Entschlossenheit unterstrichen, die globalen Folgen eines Yen-Ausverkaufs zu verhindern.
Japans Premierministerin hat einen Plan vorgestellt, der eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel vorsieht, um den Preisdruck auf die Privathaushalte zu mildern, die – nicht zuletzt wegen des schwachen Yen – unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden. US-Präsident Donald Trump hat gemeinsame Angriffe mit Israel auf die iranische Infrastruktur abgesagt, weil ein Friedensabkommen näher zu rücken schien.
Zitat der Woche
„Die Vereinigten Staaten sollten die niedrigsten Zinsen der Welt haben“, sagte Trump zwei Tage vor der Fed-Sitzung.
Zentrale Daten
In den USA sank das BIP-Wachstum auf Jahresbasis von 2,1% im 1. Quartal auf 1,5% im 2. Quartal. Der Konsumklimaindex der University of Michigan stieg im Juli auf 55,2, den höchsten Stand seit Februar. Die Benzinpreise sind mit über USD 4 pro Gallone jedoch hartnäckig hoch.
Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juli stärker als erwartet. Im Euroraum stieg die Inflation von 2,8% im Juni auf 2,9% im Juli.