Weekly house view | Warsh tritt Amt an
Wochenrückblick
Bei ihrem Gipfeltreffen in Peking haben US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping ihre Beziehungen stabilisiert, ohne einen grösseren Durchbruch zu erzielen. Gleichzeitig haben sie ihren Wettbewerb erfolgreich institutionalisiert. Beide waren sich einig, dass die Strasse von Hormus möglichst schnell wieder geöffnet werden muss, legten aber keine konkreten Pläne vor, wie man die Blockade der Meerenge beenden könnte. Trump warnte Taiwan vor einer Unabhängigkeitserklärung und lud Xi zu einem USA-Besuch im September ein, während China zusagte, mehr US-Agrarprodukte und Boeing-Flugzeuge zu kaufen.
Der S&P 500i stieg um 0,2%.
In Grossbritannien destabilisierte sich die politische Lage, und nach Debakel bei Kommunalwahlen brachten sich Herausforderer aus der eigenen Partei gegen Premierminister Keir Starmer in Stellung. Das Pfund gab nach.
Mit der Bestätigung von Kevin Warsh als Präsident der Federal Reserve beginnt in den USA eine neue Ära. Als Vorgeschmack auf die Herausforderungen, die ihn erwarten, fiel die Inflation höher aus als erwartet, und das Finanzministerium verkaufte erstmals seit 2007 30-jährige Anleihen im Wert von USD 25 Mrd. mit einer Rendite von 5%.
Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen erreichte erstmals 4% seit ihrer Einführung im Jahr 1999, was auf die steigende Inflation zurückzuführen ist.
Zitat der Woche
„Können China und die USA die sogenannte ‚Thukydides-Falle‘ überwinden und ein neues Paradigma für Grossmachtbeziehungen schmieden?“, fragte Xi. Damit bezog er sich auf die Vorstellung, dass es oft zum Krieg führt, wenn eine aufstrebende Macht eine etablierte zu verdrängen droht – wie der altgriechische Historiker Thukydides mit Blick auf die Angst in Sparta vor dem Aufstieg Athens feststellte.
Zentrale Daten
In den USA stieg die Verbraucherpreisinflation (VPI) im Jahresvergleich auf 3,8%, den höchsten Wert seit Mai 2023, und die Reallöhne waren zum ersten Mal seit 2023 rückläufig.
Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im April um 0,5%, nachdem der März-Wert auf 1,6% nach oben korrigiert worden war.