Weekly House View | Ein Abkommen zur Unterzeichnung eines Abkommens
Wochenrückblick
Die USA und der Iran haben nach eigenen Angaben eine Rahmenvereinbarung zur Beendigung des Krieges und zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus erzielt. Daraufhin gaben die Ölpreise nach. Die Vereinbarung, die das Schicksal des iranischen Atomprogramms weiteren Verhandlungen überlässt, soll am Freitag unterzeichnet werden. Schon mehrfach war eine solche Vereinbarung erwartet worden, aber die Hoffnung auf Frieden wurde bisher immer enttäuscht. Daher ist nun zu hoffen, dass es sich diesmal nicht um ein „Memorandum of Misunderstanding“ (MOMU) handelt. Vor Bekanntwerden der Vereinbarung erklärte der US-Energieminister, Schiffe unter US-Schutz transportierten täglich 7 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge.
Der S&P 5001 legte um 0,7% zu. Die wichtigste Nachricht vom Aktienmarkt war der Börsengang von SpaceX, der grösste in der Geschichte. Die Aktien des Raketen-, Satelliten- und KI-Konzerns stiegen am Freitag um fast 20%, brachten dem Konzern eine Bewertung von über USD 2 Bio. und machten Elon Musk zum ersten Billionär der Welt. Da auch der KI-Gigant OpenAI ein IPO beantragt hat, entwickelt sich das Jahr zu einem Rekordjahr für Börsengänge, das die Anlagelandschaft tiefgreifend verändern könnte.
In Europa hat die Schweiz gegen eine Begrenzung der Einwohnerzahl auf 10 Millionen gestimmt und die Europäische Zentralbank die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,25% angehoben.
Zitat der Woche
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte zum Zinsentscheid der EZB: „… es ist kein Zinsentscheid im Sinne einer Absicherung, einfach weil es ein Zinsentscheid im Sinne einer guten Geldpolitik ist.“ Die Zinserhöhung sei ein „Signal“, aber kein „kraftvolles“.
Zentrale Daten
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 4,2%. Damit erreichte die Inflation den höchsten Stand seit drei Jahren. Der Kernverbraucherpreisindex stieg um 2,9%. Der US-Erzeugerpreisindex erhöhte sich auf Jahresbasis um 6,5%, verglichen mit erwarteten 6,4%. Der durch die KI-Nachfrage befeuerte Preisanstieg bei Speicherchips schürt die „Chipflation“. Unterstrichen wird dieser Trend durch steigende Rechenzentrumskosten bei Oracle. Moderater ist die US-Inflation bei Dienstleistungen. Ein Index für den Optimismus von US-Kleinunternehmen fiel im Mai auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024.
Chinas Verbraucherpreisindex stieg im Mai auf Jahresbasis um 1,2% und verfehlte damit die Erwartung von 1,3% knapp.