Weekly House View | Deutsche Regierung vereinbart Reformpaket
Wochenrückblick
Die deutsche Regierungskoalition hat ein Reformpaket vorgelegt, das Steuererleichterungen für Familien mit geringerem Einkommen, eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters und – wichtig für Start-ups – eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts vorsieht. Das Paket, das dazu dienen soll, das Wachstum in Europas grösster Volkswirtschaft zu fördern, enthält zudem ein Kapitalmarktelement: Staatliche Pensionsfonds sollen jährlich bis zu EUR 80 Mrd. an privaten Kapitalmärkten anlegen.
Die Nachricht, dass Meta Pläne für ein Cloud-Infrastrukturgeschäft schmiedet, um mit Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud zu konkurrieren, könnte darauf hindeuten, dass kurzfristig womöglich zu viel in KI investiert wurde. Der Halbleiterindex SOX verzeichnete den grössten zweitägigen Rückgang der letzten fünf Jahre.
Der S&P 5001 stieg um 1,8%.
OpenAI hat vorgeschlagen, der Trump-Regierung eine Unternehmensbeteiligung in Höhe von 5% zu überlassen, weil in der Politik die Besorgnis über die Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze und Cybersicherheit wächst.
Die Trump-Regierung ihrerseits hat es abgelehnt, ihr Handelsabkommen von 2020 mit Kanada und Mexiko langfristig zu verlängern. Stattdessen haben sich die USA zu fortlaufenden Verhandlungen verpflichtet, die in den nordamerikanischen Handelsbeziehungen für zusätzliche Unsicherheit sorgen könnten. Eine positive Nachricht für die Unabhängigkeit der Fed war, dass der Supreme Court die Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook durch Präsident Donald Trump verhinderte, obwohl er gleichzeitig dessen Befugnisse zur Entlassung von Spitzenbeamten in anderen Zweigen der Bundesregierung ausweitete.
Zitat der Woche
„Amerika ist eine Nation von Gewinnern“, sagte Trump in einer Rede zum 250. Geburtstag der USA. „Niemand kann so sein wie wir.“
Zentrale Daten
In den USA stieg die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft im Juni um 57 000 und damit weniger stark als erwartet, wobei der Freizeit- und Hotelsektor einen Rückgang um 61 000 verzeichnete. Die Arbeitslosenquote sank von 4,3% im Mai auf 4,2% im Juni.
In Asien verbesserte sich Japans massgeblicher Tankan-Index für das Geschäftsklima bei grossen Industrieunternehmen von +17 im März auf +22 im Juni, während die Märkte nur +16 erwartet hatten. Südkoreas monatliche Exporte überstiegen im Juni erstmals die Marke von USD 100 Mrd.
In der Eurozone sank die Inflation von 3,2% im Mai auf 2,8% im Juni und damit unter die erwarteten 3,0%. Trotzdem schloss die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, eine weitere Zinserhöhung nicht aus.