Weekly House View | Technologiewerte unter Druck
Wochenrückblick
Der S&P 5001 verlor in der vergangenen Woche 1,9%, belastet durch deutliche Kursverluste bei den grossen Technologiewerten, da die Anleger zunehmend an der Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms zweifelten. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) gab an acht Handelstagen in Folge nach. Anthropic teilte mit, dass es den Umsatz im 3. Quartal um nahezu 50% auf USD 16,8 Mrd. gesteigert habe und das Unternehmen profitabel sei. Das Umsatzwachstum schwächte sich allerdings gegenüber dem Jahresbeginn ab.
Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und wachsende Zweifel an der Profitabilität von KI belasten die Nachfrage nach Anleihen, die zur Finanzierung riesiger Rechenzentren ausgegeben wurden. Diese Bedenken spiegelten sich auch in steigenden Kosten für die Absicherung gegen Zahlungsausfälle einiger grosser US-Technologieunternehmen wie Oracle und CoreWeave wider.
BlackRock-CEO Larry Fink erklärte, dass er zum ersten Mal in seiner 50-jährigen Karriere echte Kapitalknappheit beobachte. Die Ergebnisse der US-Grossbanken fielen im 3. Quartal uneinheitlich aus, führten aber dennoch zu Anhebungen der Gewinnschätzungen um 1–2%. Die Schätzungen für das Gewinnwachstum im S&P 500 sind weiterhin robust. Das KGV des S&P 500 auf Basis der erwarteten Gewinne liegt über den im März verzeichneten Tiefständen.
Die fabelhafte Gewinndynamik (FEMO) kompensiert die Angst der Aktienanleger, etwas zu verpassen (FOMO).
Zitat der Woche
„Viele Anleger haben keine Ahnung, worin sie eigentlich investieren. Sie haben extrem hohe Erwartungen und müssen dann feststellen, dass es fast so ist, als wären sie in einem Casino“, sagte Hock Tan, CEO von Broadcom Inc
Zentrale Daten
Die Inflation in den USA gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im September um 0,6% gegenüber dem Vormonat, woraus sich eine Jahresinflationsrate von 3,7% ergibt. Sie liegt damit den 67. Monat in Folge über dem Zielwert der US-Notenbank von 2%. Die Hälfte der im Beige Book der Federal Reserve erfassten Distrikte beschreiben den Preisdruck als anhaltend stark oder zunehmend.
US-Einzelhandelsumsätze stiegen im September um 0,8%, und damit stärker als die erwarteten 0,3%.
Chinas Exporte schnellten im September um 36% gegenüber dem Vorjahr in die Höhe. Grund waren der Boom bei KI-bezogenen Ausfuhren und ein Handelsüberschuss in Rekordhöhe.