Weekly House View | US-Zwischenwahlen: Kommt die blaue Welle?
Wochenrückblick
Der S&P 5001 gab die dritte Woche in Folge nach und verlor 0,6%. Im Vorfeld der US-Zwischenwahlen, bei denen die Märkte mit einer „blauen Welle“ demokratischer Wahlsiege rechnen, herrscht Nervosität.
Dass jedoch Vorsicht geboten ist, zeigen die Wahlen in Brasilien und Israel, denn in beiden Ländern fielen die Ergebnisse überraschend zugunsten der Amtsinhaber aus.
Im Vorfeld der Zwischenwahlen entschied die US-Notenbank, es der EZB gleichzutun und die Zinsen unverändert zu belassen. Auch die Bank of Japan sah von einem Zinsschritt ab und erklärte, die zugrunde liegende Inflation habe das Ziel von 2% erreicht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte an, ihr Amt im Februar und damit neun Monate vor Ablauf ihrer Amtszeit niederzulegen.
Der Haushaltsplan der britischen Regierung sieht eine auf 15 Monate befristete Anhebung der Bankensteuern von 3% auf 6% und kleinere Anpassungen anstelle wesentlicher Änderungen vor. Die Bank of England dürfte die Zinsen diese Woche auf 4% anheben.
Die Fed räumte auf ihrer Sitzung ein, dass sich die höheren Zinsen und die verschärften Finanzierungsbedingungen allmählich auf die Wirtschaftsaktivität auswirken. Sie beschloss zudem, im kommenden Jahr an acht Sitzungen festzuhalten, wobei eine Sitzung Entscheidungen vorbehalten sein soll, die nicht die Zinspolitik betreffen. Für 2028 sind zwei solcher Sitzungen vorgesehen. Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, dass die Zinsen auch im KI-Zeitalter und angesichts des damit verbundenen Investitionsbooms weiterhin eine wichtige Rolle spielen: „Ich glaube nicht, dass sie von der übrigen Wirtschaft abgekoppelt sind.“
Im KI-Sektor bleibt Zirkularität ein wichtiges Thema: Meta stellte einen Plan zur Kapitalaufnahme von bis zu USD 95 Mrd. vor. Nvidia, AMD und Broadcom signalisierten Interesse, sich daran zu beteiligen.
Zitat der Woche
EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, sie werde ihr Amt vorzeitig niederlegen, „weil ich meine Meinung frei äussern und mich mit Themen beschäftigen möchte, die über die Geldpolitik hinausgehen“. Berichten zufolge ist sie im Gespräch für den Vorsitz des Weltwirtschaftsforums.
Zentrale Daten
Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 3. Quartal annualisiert um 3,4%. Das Kern-BIP ohne Lageraufbau und Aussenbeitrag legte um 5% zu, was auf eine robuste Wirtschaft mit zunehmend breit abgestütztem Wachstum hindeutet.
Die Gewinne der grossen chinesischen Industrieunternehmen legten im September 2026 im Vorjahresvergleich deutlich um 14,4% zu, nach 4,2% im August.