Die Neuaufstellung des Family Office für eine neue Generation

Die Neuaufstellung des Family Office für eine neue Generation

Robin Lauber, Unternehmer in dritter Generation, hat aus der Immobilien-Investmentgesellschaft seiner Familie ein zukunftsorientiertes Family Office gemacht, das die Bereiche Immobilien, Venture Capital und Sport vereint: Infinitas Capital. Laubers Ansatz entspricht dem einer neuen Generation von Family Offices, die mit geduldigem Kapital und unternehmerischem Denken in zukunftsweisende Branchen investieren.

Über Immobilien hinaus investieren

Robin Lauber, CEO und Mitbegründer von Infinitas Capital, gehört zu der neuen Generation, die das Family Office völlig neu definiert. Als Erbe eines Schweizer Immobilienunternehmens in dritter Generation ist Lauber seit 2015 für dessen Investitionen verantwortlich, doch er begnügt sich nicht damit, das Vermächtnis einfach nur zu bewahren. Stattdessen hat er ein wegweisendes Venture-Capital-Unternehmen daraus gemacht, das auch in bahnbrechende Technologien und vielversprechende Startups investiert, die Lösungen für globale Herausforderungen anbieten. 

Robin Lauber, Co-Founder of Infinitas Capital. Credit: @Carmen Wong Fisch

Laubers Interesse an den Kapitalmärkten wurde bereits in seiner Schulzeit geweckt. Im Zuge eines Praktikums bei der UBS stellte er fest, dass eine klassische Unternehmenskarriere für ihn nicht das Richtige war; er wollte lieber auf seine Weise Geld verdienen. Sein erster unternehmerischer Erfolg war die Einführung von Dunkin’ Donuts in der Schweiz. Zusammen mit zwei Freunden erwarb er die Master-Franchise-Rechte und eröffnete 14 Filialen, bevor er wieder verkaufte. Auch Immobilieninvestitionen lagen ihm, er konnte sein persönliches Netzwerk nutzen, um geeignete Objekte zu finden. Die Übergabe des Familienunternehmens an die Generation seiner Eltern war „ziemlich unstrukturiert“ verlaufen, so Lauber. Als sie sein Geschick beim Management des eigenen Portfolios erkannte, bat ihn die Familie, diese Aufgabe auch für sie zu übernehmen. 

Es war ein logischer Schritt, doch Immobilien waren nie seine Leidenschaft. „Mich fasziniert eher das Geschäft an sich“, meint Lauber. Erste Kontakte in die Welt des Venture Capital (VC) knüpfte er bereits während seines Studiums in London. Deren dynamische Kultur und das rasante Tempo zogen ihn in ihren Bann. Schon bald war er an Geschäften mit Branchengrößen wie Peter Thiel beteiligt. Lauber begann neue Vorstellungen davon zu entwickeln, was ein Family Office sein kann. Etwa 2019 stellte er die Lauber Investment AG unter dem Namen Infinitas Capital neu auf. Das Family Office ist auf Immobilien, Risikokapital, den Aufbau von Plattformen sowie Sport und Private Equity spezialisiert.

A development by portfolio company Azuro in Mallorca. A vacation home ownership platform, Azuro is an example of a company built from the ground up by Infinitas after identifying a gap in the market.

Langfristiges Kapital für Innovationen bereitstellen

Infinitas, dessen Team inzwischen 25-köpfig ist, darunter Partner, Analysten und Investment Associates, setzt auf breit gefächerte Investitionen mit den Schwerpunkten Longevity-Forschung, Arzneimittelentwicklung und Biotech. Das ist Laubers persönlichem Interesse zuzuschreiben sowie seiner Neigung, „ein wenig hypochondrisch zu sein und Angst vor dem Tod zu haben.“ Er selbst verfügt nicht über fundierte wissenschaftliche Fachkenntnisse, doch dafür hat er sein Team, das ihn bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Einige der Startups, in die er investiert hat, werden voraussichtlich in den kommenden Jahren an die Börse gehen.

Aus Laubers Sicht können Family Offices Gründern und Startups etwas bieten, das sie von herkömmlichen VC-Gesellschaften abhebt. „Jedenfalls mehr Geduld“, meint er. „Oder geduldigeres Kapital.“ Unternehmergeführte Family Offices wie Infinitas können Gründern bei der Bewältigung der Höhen und Tiefen des Unternehmerdaseins wertvolle Erkenntnisse und Unterstützung bieten, so Lauber, „und ihnen dabei helfen, Resilienz aufzubauen.“ Auch die Motivation ist eine andere als bei traditionellen VC-Gesellschaften. Family Offices sind daher auch toleranter im Umgang mit Rückschlägen. „Wir geben nicht so schnell auf“, meint er. „Niemand will Verluste machen, doch ich denke, Family Offices sind in der Regel kreativer darin, Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.“

In die Zukunft des Sports investieren

Bei Infinitas werden die Investitionsschwerpunkte danach ausgewählt, wie die Welt in 10 bis 20 Jahren aussehen könnte. Dies veranlasste Lauber – gemeinsam mit Christian Angermayers Family Office, der Apeiron Investment Group – zur Gründung der Chiron Sports Group, die auf strategische Investitionen in globale Sportunternehmen spezialisiert ist. Diese Branche hat sich in den letzten zehn Jahren als Asset-Klasse etabliert, und der Trend wird sich Laubers Ansicht nach fortsetzen. „Menschen sind zunehmend isoliert, und in Zukunft werden sie dank KI mehr Zeit zur Verfügung haben“, gibt er zu bedenken. „Sie werden lernen müssen, wieder Zeit miteinander zu verbringen.“

Die Partnerschaft mit Angermayer verweist auf eine erhöhte Bereitschaft von Family Offices, auf verschiedene Formen des Investierens zu setzen, unternehmerischer zu agieren, hybride Modelle zu nutzen und mit externem Kapital zu arbeiten. Dieser Trend wird sich mit weiteren Vermögensübergaben in Zukunft noch beschleunigen, meint Lauber. In der Vergangenheit haben Family Offices vorwiegend hinter verschlossenen Türen agiert. Wenn die nächste Generation übernimmt, treten sie stärker ins Rampenlicht und sind offener für Kooperationen. „Manche Family Offices möchten nach wie vor nicht offenlegen, wer die wirtschaftlichen Eigentümer sind etc. Was andere tun, wird nicht besprochen. Mir erschien es sinnvoll, das zu ändern. Geschäfte machen ist doch viel einfacher, wenn man nicht auf sich allein gestellt ist.“

Biografische Eckdaten

Ausgehend von seinem Praktikum bei der UBS im Jahr 2012 hat sich Robin Lauber, Unternehmer in dritter Generation, rasch eine dynamische Karriere im Investmentbereich aufgebaut. Im Anschluss an sein Studium – Wirtschaftswissenschaften in Basel und Entrepreneurship in London – übernahm er die Verantwortung für die Investitionen seiner Familie, führte Dunkin’ Donuts in der Schweiz ein und stellte die Lauber Investment AG unter dem Namen Infinitas Capital neu auf. Parallel zu seiner Arbeit bei Korify und Prediction Capital gelang es ihm, Infinitas zu einer zukunftsorientierten Investitionsplattform mit einem 25-köpfigen Team auszubauen.
2012

Beginn eines 18-monatigen Praktikums im Bereich Vermögensverwaltung bei der UBS in Basel

2015

Verantwortung für die Investitionen der Familie im Rahmen der Lauber Investment AG; als Mitbegründer der PRS Restaurants AG führend daran beteiligt, Dunkin’ Donuts in die Schweiz zu holen

2017

BA-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel

2019

MSc-Abschluss in Entrepreneurship an der Cass Business School (heute Bayes Business School) in London, Rebranding der Lauber Investment AG als Infinitas Capital

2020

General Partner bei Korify Capital, einer VC-Gesellschaft mit den Schwerpunkten Longevity, psychische Gesundheit und regenerative Medizin

2022

Mitbegründung von Prediction Capital, einem Frühphasen-VC-Fonds mit den Schwerpunkten Consumer Tech und FinTech

2026

Vergrößerung des Teams von Infinitas auf 25 Leute, darunter Partner, Analysten und Investment Associates

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