Philanthropie bei Pictet
Die philanthropische Tradition der Pictet-Gruppe knüpft an das langjährige gesellschaftliche und humanitäre Engagement der Stadt Genf an. Der Begriff „Geist von Genf“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt und steht für die drei grundlegenden Werte Unabhängigkeit, soziale Gerechtigkeit und Humanismus. Werte, die von Persönlichkeiten wie Jean Calvin (1509–1564), Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) bzw. Henry Dunant (1828–1910) verkörpert wurden.
Das philanthropische Erbe der Familie Pictet
Marc-Auguste Pictet (1752–1825), Professor an der Universität Genf, ließ sich von diesen Werten inspirieren und engagierte sich von 1798 bis 1799 für den Aufbau einer Wohltätigkeitsorganisation in Genf. Die Organisation setzte sich für Bedürftige ein und bot ihnen erschwingliche Mahlzeiten und einen Platz zum Aufwärmen an – ein Vorläufer der heutigen Suppenküchen.
Marc-Auguste Pictet erkannte früh, dass die industrielle Revolution das gesellschaftliche Gleichgewicht erschüttern und für viele Menschen den Verlust ihrer Lebensgrundlage bedeuten würde. Deshalb verstärkte er sein philanthropisches Engagement und setzte sich für die Gründung der „Europäischen Gesellschaft zur Verbesserung der Lebensbedingungen der arbeitenden Klassen“ ein – ein Projekt, das jedoch nie umgesetzt wurde.
Edmond Pictet (1835–1901), Bruder von Ernest Pictet (Teilhaber von 1856 bis 1909), befasste sich bereits in jungen Jahren mit der Problematik der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Er übernahm 1868 das Präsidium des Leitungskomitees der neu gegründeten Genfer Konsumgenossenschaft. Zudem war er Mitglied der Société genevoise d’utilité publique, aus der zahlreiche Genfer Wohltätigkeitsorganisationen hervorgingen, darunter das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).
Weitere Mitglieder der Familie setzten sich auf lokaler wie internationaler Ebene für kulturelle und humanitäre Institutionen ein. So gehörte Maurice Pictet de Rochemont (1870–1948), Gönner und Musikliebhaber, zu den Unterstützern des Schweizer Dirigenten Ernest Ansermet (1883–1969), der das Orchestre de la Suisse romande gründete und das Genfer Konservatorium leitete.
Jean Pictet (1914-2002)
Eine weitere Persönlichkeit der Familie, die sich im humanitären Bereich engagierte, war Jean Pictet (1914–2002). Er war Mitglied des Exekutivkomitees des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und von 1971 bis 1979 dessen Vizepräsident.
Jean Pictet war massgeblich an der Ausarbeitung der vier Genfer Konventionen von 1949 beteiligt. Zudem verfasste er 1955 „Die Grundsätze des Roten Kreuzes“, die lange als Charta der Rotkreuzbewegung galten.
Philanthropisches Engagement der Teilhaber der Pictet-Gruppe
Mehrere Teilhaber der Pictet-Gruppe führen diese philanthropische Tradition des über 200-jährigen Bankhauses fort.
Im 19. Jahrhundert bestand das Engagement der Teilhaber vor allem in individuellen Initiativen. So engagierte sich unter anderem Paul Martin, ein Gesellschafter der 1805 gegründeten Bank, für die ab 1789 mit der Verwaltung des Hôpital Général de Genève betrauten Société de Bienfaisance. Emile Pictet, Teilhaber von 1875 bis 1909 und Sohn von Édouard Pictet, dem ersten Teilhaber der Pictet-Familie, war seinerseits in zahlreichen philanthropischen Organisationen und Stiftungen aktiv, darunter die Société des Arts de Genève, die Stiftung Hilfe für Armenien, der Förderverein des Genfer Museums für Kunst und Geschichte oder das Institut zur Erforschung von Krebserkrankungen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte sich Charles Gautier, Teilhaber der Bank von 1919 bis 1948, für den Bau von Sozial- und Genossenschaftswohnungen in Genf ein. Dessen Frau, Hélène Pictet, engagierte sich zu jener Zeit für das Frauenstimmrecht, das 1960 im Kanton Genf eingeführt wurde. Ihr Sohn Jean-Jacques Gautier, Teilhaber von 1955 bis 1973, gründete 1977 das Schweizerische Komitee gegen Folter, das später zur Association for the Prevention of Torture (APT) wurde. Sein Engagement führte 2002 zur Annahme des Fakultativprotokolls zur Antifolterkonvention (OPCAT) durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Es trat 2006 in Kraft.
Es gibt humanistisch geprägte Banker – eine Genfer Tradition, zu der ich mich bekenne.
Wer eine so starke philanthropische Tradition erbt, fängt nicht an zu rechnen. Ziel ist es, Gutes zu tun.
Ein professioneller Rahmen für die philanthropischen Aktivitäten der Pictet-Gruppe
Das starke Wachstum der Bank Ende der 1990er-Jahre war einer der Gründe, ihre philanthropischen Aktivitäten besser zu koordinieren. Es wurde ein Komitee gegründet, das fortan für die Steuerung der Förderaktivitäten der Gruppe zuständig war. Damit ließen sich die Förderbeiträge von Pictet gezielter verteilen – auf Bereiche wie Kultur, soziale Projekte, Forschung, Ausbildung sowie Jugend und Bildung.
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Die Stiftung der Pictet-Gruppe
m Jahr 2009 gründeten Pictet und die Teilhaber eine gemeinnützige Stiftung, um ihrer langjährigen philanthropischen Tradition einen verbindlicheren Rahmen zu geben. Von nun an hatte das philanthropische Engagement der Bank eine feste Struktur und eine klar definierte Funktion. Die kollegial geführte Stiftung unterstützt in der Schweiz und im Ausland gemeinnützige Organisationen und Projekte, die im Einklang mit der Vision des Unternehmens stehen.
Dazu zählen insbesondere die medizinische Forschung und Versorgung, soziale und kulturelle Projekte, Bildungsinitiativen und die Unterstützung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus fördert die Stiftung verschiedene historische Institutionen in Genf und in der Schweiz.
Im Jahr 2020 erhielt die Stiftung den Namen Fondation du Groupe Pictet. Seither richtet sich der Fokus ihres philanthropischen Engagements verstärkt auf Projekte im Zusammenhang mit Wasser und Ernährung.
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Der Prix Pictet
2008 wurde der Prix Pictet ins Leben gerufen. Der internationale Fotografiepreis ist dem Thema der nachhaltigen Entwicklung gewidmet und spiegelt das wachsende Interesse der Finanzwelt an Fragen der Nachhaltigkeit wider.
Ziel des Prix Pictet ist es, mithilfe der Fotografie zentrale Nachhaltigkeitsthemen weltweit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Bisher gab es elf Zyklen des Prix Pictet zu den Themen Water, Earth, Growth, Power, Consumption, Disorder, Space, Hope, Fire, Human und Storm. Heute zählt er zu den renommiertesten internationalen Auszeichnungen im Bereich Fotografie und Nachhaltigkeit.
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Die Collection Pictet
Kunst zu sammeln und Kunstschaffende zu fördern ist eine Tradition, die von den Teilhabern von Pictet seit Gründung der Bank im Jahr 1805 gepflegt wird. Die Pictet-Gruppe ist ihren genferischen und schweizerischen Wurzeln stets verbunden geblieben: Die in der Sammlung vertretenen Künstlerinnen und Künstler weisen unabhängig von ihrer Herkunft einen engen kulturellen Bezug zur Schweiz auf.
Eine Kunstsammlung aufzubauen, zu pflegen und zugänglich zu machen erfordert ebenso wie die Vermögensverwaltung viel Zeit und Sorgfalt. Die Teilhaber waren der Überzeugung, dass Kunst in einer sich ständig wandelnden Welt Orientierung bietet. Daher war es für sie naheliegend, die Werke in einer eigenen Sammlung zusammenzuführen. Die Collection Pictet versteht sich als langfristig angelegte Sammlung, die einen zeitlichen Bogen bis ins Gründungsjahr der Bank spannt.
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Philanthropische Beratung für Kundinnen und Kunden
Im Bereich Philanthropie hat Pictet Wealth Management sein Beratungsangebot weiterentwickelt, um Kundinnen und Kunden bei der Ausgestaltung ihres philanthropischen Engagements zu unterstützen. Dieses kann unterschiedliche Formen annehmen, etwa Spenden oder andere Formen des sozial ausgerichteten Kapitaleinsatzes.
Im Zentrum steht dabei stets das Anliegen, privates Vermögen gezielt für eine nachhaltigere und gerechtere Welt einzusetzen.
Im Rahmen einer individuellen Beratung begleitet Pictet Privatpersonen und Familien, die sich entsprechend engagieren möchten. Dabei unterstützt die Bank sie bei der Strukturierung ihres philanthropischen Engagements und bei der Auswahl von Investitionen, die mit ihren Zielsetzungen im Einklang stehen.
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