Middle East: Das steckt hinter dem starken Wachstum im Private Banking
Interview mit Yves Bruggisser, Head of Pictet Wealth Management, Mittlerer Osten und Afrika
Interview von: Gérard Al-Fil ©finews.ch, 2026
Herr Bruggisser, es heisst, wer im Nahen Osten als Bankier tätig ist, der sollte auch die Region kennen. Was ist Ihre persönliche Beziehung zum Nahen Osten?
Mein Vater war in der Uhrenindustrie tätig und reiste im Laufe seiner Karriere regelmässig in den Nahen Osten. Dort entwickelte er mit Erfolg mehrere renommierte Marken. Ich erhielt dank ihm einen frühen Einblick in die Region. Mein Vater war während meiner gesamten Laufbahn ein wichtiger Mentor: Er prägte mein Verständnis für langfristige Beziehungen, Vertrauen und Verantwortlichkeit.
Im Laufe der Jahre war ich nicht nur immer wieder beeindruckt vom bemerkenswerten Wachstum und der Dynamik der Region. Ich gewann auch einen frühen Eindruck über ihre Fähigkeit, Talente aus aller Welt anzuziehen, und die starke Ausstrahlung ihrer Werte. Die grosse Bedeutung menschlicher Beziehungen, von Vertrauen und langfristigen persönlichen Verbindungen, empfinde ich als besonders Sinn stiftend und inspirierend. Darauf lege ich auch heute besonderen Wert.
Es tickt also eine innere Uhr in Ihnen für den Orient. Wie ist Banque Pictet in der Region aufgestellt?
Die Banque Pictet bediente den Nahen Osten von vier Standorten aus: Genf, Zürich, London und Dubai. In der Golfmetropole Dubai unterhalten wir seit 2007 ein Repräsentanzbüro.
Wir wollen unsere Präsenz in der Region weiter auszubauen. Im Rahmen dieser Initiative planen wir, ausgewählten Kundenberatern aus unserer Gruppe die Möglichkeit zu geben, in die VAE zu wechseln. Gleichzeitig haben wir begonnen, lokale Talente zu rekrutieren.
Die Ölpreise sinken aufgrund eines strukturellen Überangebots am Markt – ein Trend, der sich verstärkt.
Dieser Ansatz stellt sicher, dass unsere einzigartige Kultur, Expertise und DNA in der Region gut vertreten sind, während wir zugleich von starkem lokalem Know-how und unserem langfristigen Engagement profitieren. Unser Geschäft dreht sich um Menschen und Vertrauen.Die Beziehung zwischen Private Banker und Kunde ist vergleichbar mit der zwischen einem Arzt und seinem Patienten: Man hat jemanden gefunden, der einen versteht, dem man vertraut und der die richtige Beratung bietet. Diese Banden trennt man nicht einfach so. Pictet bietet dank einer niedrigen Mitarbeiterfluktuation von rund sieben Prozent, die deutlich unter der unserer Wettbewerber liegt, stabile Beziehungen.
Die Beziehung zwischen Private Banker und Kunde ist vergleichbar mit der zwischen einem Arzt und seinem Patienten: Man hat jemanden gefunden, der einen versteht, dem man vertraut und der die richtige Beratung bietet. Diese Banden trennt man nicht einfach so. Pictet bietet dank einer niedrigen Mitarbeiterfluktuation von rund sieben Prozent, die deutlich unter der unserer Wettbewerber liegt, stabile Beziehungen.
Wie beurteilt Pictet die makroökonomischen und geopolitischen Risiken im Nahen Osten? Schwankende Rohölpreise, regionale Spannungen, globale Konjunkturbelastungen: Wie prägen diese Faktoren die Strategien im Private Banking in der Region?
Aus wirtschaftlicher Sicht haben regionale Spannungen bislang nicht zu höheren Ölpreisen geführt, die ein entscheidender Faktor für die globalen Konjunkturbedingungen bleiben. Tatsächlich sinken die Ölpreise aufgrund eines strukturellen Überangebots am Markt – ein Trend, der sich verstärkt, da China sich zunehmend von fossilen Brennstoffen abwendet und auf erneuerbare Energien setzt.
Damit geopolitische Spannungen spürbare Auswirkungen auf die Märkte hätten, müsste es zu einem Anstieg der Ölpreise kommen, was höhere Inflation nach sich ziehen und Zentralbanken möglicherweise zu einer Neubewertung ihrer Geldpolitik veranlassen würde. Jüngste Ereignisse in Venezuela stützen diese Einschätzung.
Makroökonomische und geopolitische Spannungen im Nahen Osten – und darüber hinaus – berücksichtigen wir bei Investitionen im Auftrag unserer Kunden. So bevorzugen wir reale Vermögenswerte mit substanziellem Wert, etwa Edelmetalle. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund eines schwächeren Dollars. Trotz dieser Spannungen bleibt unser Engagement im Nahen Osten unverändert und langfristig ausgerichtet – umso mehr, da die Welt zunehmend polarisiert ist und Investoren nach Stabilität und einer wirklich globalen Asset-Allokation suchen.
Die Region ist der am schnellsten wachsende Standort für High-Net-Worth-Individuals (HNWIs) und Single-Family-Offices (SFOs) und profitiert von einem robusten Ökosystem sowie Dubais Position als führendes Finanzzentrum, sagt Yves Bruggisser.
Wie beurteilt Pictet angesichts jüngster Trends das Wachstumspotenzial der Vermögensbildung im GCC in den nächsten drei bis fünf Jahren?
Die Region ist der am schnellsten wachsende Standort für High-Net-Worth-Individuals (HNWIs) und Single-Family-Offices (SFOs) und profitiert von einem robusten Ökosystem sowie Dubais Position als führendes Finanzzentrum.
Unsere Struktur verschafft uns einen entscheidenden Vorteil.
In den kommenden drei bis fünf Jahren erwarten wir weiteres Wachstum, getragen von neuen Vermögenszuflüssen – sowohl durch Zuzüge aus Europa als auch aus der Region selbst – sowie durch anhaltendes organisches Wirtschaftswachstum. Family Offices stellen für uns ein zentrales Segment dar. Sie profitieren von unserem erstklassigen Global-Custody-Angebot sowie von unseren institutionellen Anlagelösungen über unsere Asset-Management-Einheit Pictet Asset Management.
Wie sieht Pictet die Entwicklung des Wettbewerbs im Private Banking im Nahen Osten – insbesondere angesichts der Expansion anderer globaler und regionaler Finanzinstitute?
Der Wettbewerb im Nahen Osten hat sich naturgemäss intensiviert, da sowohl internationale als auch lokale Banken die Bedeutung und das langfristige Potenzial im arabischen Raum erkannt haben. Viele Marktteilnehmer bauen derzeit ihre Präsenz aus. Dennoch bleibt die Positionierung von Pictet einzigartig.
Pictet ist eine privat gehaltene Partnerschaft. Pictet ist nach wie vor familiengeführt: zwei unserer sieben geschäftsführenden Partner stammen aus den Gründerfamilien des vor über 220 Jahren gegründeten Hauses. Sie stehen mit ihrem Namen für das Unternehmen und sind ihren Kunden direkt verantwortlich – eine Seltenheit in der heutigen Finanzindustrie.
Unsere Struktur verschafft uns einen entscheidenden Vorteil: Wir agieren ohne Interessenkonflikte und ohne den kurzfristigen Druck börsennotierter Institute. Wir müssen keine Quartalsergebnisse liefern. Wir können konsequent langfristig denken. Dass dieses Modell funktioniert, zeigen die jüngsten Zahlen: Pictet hat ein Gesamtvermögen von 950 Milliarden Dollar erreicht. Darüber hinaus hat Pictet in seiner Geschichte zudem nie eine Akquisition getätigt, da wir sehr konservativ agieren und glauben, dass M&A erhebliche Risiken birgt und unseren Kunden nicht zugutekommt.
Welche Investitionen tätigt Pictet angesichts der beschleunigten digitalen Transformation und KI-Adoption?
Pictet investiert erheblich in Technologie und die digitale Kundenerfahrung – nicht nur im Nahen Osten, auch global. Der Innovationsansatz der Bank ist tief in Pictets Tradition von Unternehmertum und langfristigem Denken verwurzelt. Zugleich ist er von Anspruch getragen, technologischen Fortschritt voranzutreiben. Der Fokus liegt darauf, Effizienz zu steigern und langfristiges Wachstum zu fördern, indem digitale Werkzeuge die menschliche Interaktion ergänzen und erweitern, anstatt sie zu ersetzen.
Gerade in Gebieten wie dem Nahen Osten bleibt der menschliche Faktor auch trotz fortschreitender Digitalisierung zentral. Ein prominentes Beispiel ist die Einführung der Pictet-Quest-AI-Strategie im Asset-Management, die künstliche Intelligenz nutzt, um für Kunden Überrenditen zu erzielen. Diese Initiative wurde sehr positiv aufgenommen und zeigt, wie Technologie die Finanzberatung und Anlageergebnisse verbessern kann.
Rechnet Pictet mit einer stärkeren Nachfrage nach alternativen Anlagen, privaten Märkten, Realwert-Allokationen oder Private-Equity-/Co-Investment-Strukturen, die in der Region an Bedeutung gewinnen?
Mit Pictet Alternative Advisors (PAA), der Einheit für alternative Anlagen der Pictet-Gruppe, die heute 50 Milliarden Dollar verwaltet, zählen wir zu den Pionieren in diesem Bereich. Unsere Stabilität als Investmentpartner verschafft uns privilegierten Zugang zu führenden Akteuren der Alternativen-Industrie. In fünf Jahren haben wir unsere Mitarbeiterzahl auf rund 150 verdoppelt.
Seit 35 Jahren investieren wir in Private Equity Fund of Funds und haben eigene Teams für direkte Private-Equity-, Immobilien- und Private-Debt-Investitionen aufgebaut. Private-Market-Anlagen sind für die meisten unserer Kunden in der Region eine strategische Anlageklasse.
Wie integriert Pictet ESG/Nachhaltigkeit, Risikomanagement (Cybersicherheit, Compliance) und regulatorische Entwicklungen in sein Private-Banking-Angebot für Kunden im Nahen Osten?
Pictet legt grossen Wert auf ein robustes Risikomanagement, einschliesslich fortschrittlicher Cybersicherheitsmassnahmen zum Schutz sensibler Daten und Vermögenswerte, sowie auf die Einhaltung globaler und lokaler Vorschriften. Gleichzeitig integrieren wir ESG-Prinzipien in unser Private-Banking-Angebot für interessierte Kunden im Nahen Osten. Pictet hat die Net-Zero-Asset-Managers-Initiative unterzeichnet und sich damit verpflichtet, finanzielle Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel anzugehen. Zudem hat Pictet von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validierte Ziele übernommen und richtet seine Aktivitäten am globalen Ziel aus, den Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf 1,5°C zu begrenzen.
Wir prüfen Möglichkeiten, unsere Onshore-Kompetenzen auszubauen.
Wie strukturiert Pictet angesichts des sich wandelnden regulatorischen Umfelds und der Onshore-Buchungslandschaft in den VAE und im GCC (Golfkooperationsrat, also Saudi-Arabien, VAE, Kuwait, Bahrain, Katar und Oman) Angebote für Kunden, die lokale Onshore-Lösungen gegenüber traditionellen Offshore-/Private-Banking-Modellen suchen?
Das Private-Banking-Modell von Pictet im Nahen Osten ist primär auf Offshore-Lösungen ausgerichtet. Gleichzeitig erkennen wir die wachsende Nachfrage nach lokalen Onshore-Lösungen in den VAE und im GCC. Während lokale Anbieter gut positioniert sind, um Expertise bei inländischen Investitionen zu liefern, prüfen wir Möglichkeiten, unsere Onshore-Kompetenzen auszubauen, um Kunden mit spezifischen lokalen Bedürfnissen besser zu bedienen – bei gleichzeitiger Wahrung unserer globalen Perspektive.
Wie geht Pictet bei Kunden mit diversifizierter Exponierung (Immobilien, Unternehmensbeteiligungen in mehreren Jurisdiktionen) an multijurisdiktionale Vermögensstrukturierung und grenzüberschreitende Beratung heran?
Unsere Wealth-Planer bei Pictet sind darauf spezialisiert, Kunden mit Vermögenswerten und Interessen in mehreren Jurisdiktionen zu unterstützen. Wir verfolgen einen ganzheitlichen und personalisierten Ansatz zur Verwaltung und Sicherung von Vermögen. Dazu gehören massgeschneiderte Lösungen wie Trusts, Stiftungen und Holdinggesellschaften in Jurisdiktionen wie der Schweiz, den VAE und Jersey. Unser Team stellt die Einhaltung globaler Vorschriften wie CRS und FATCA sicher und fokussiert sich zugleich auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden.
Die Performance ist entscheidend, aber nicht ausreichend.
Wie schätzen Sie die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen 2026 ein?
Wir erwarten bis 2026 eine steigende Nachfrage, getrieben durch den zunehmenden Wohlstand von HNWIs im Nahen Osten, den Great Wealth Transfer, wachsendes Interesse an globalen Anlagemöglichkeiten, geopolitische Veränderungen sowie den Bedarf an koordinierten internationalen Strategien. Als familiengeführte Bank ist Pictet hervorragend positioniert, Familien mit vorausschauenden und massgeschneiderten Lösungen durch diese Komplexität zu begleiten.
Welchen wichtigsten Mehrwert sieht Pictet für Kunden in Nahost jenseits reiner Portfolioerträge (z. B. Nachlassplanung, Legacy-/Family-Office-Services, Nachfolgeplanung, Zugang zu exklusiven Private-Market-Deals)?
Die Performance ist entscheidend, aber nicht ausreichend; Familien suchen ebenso Kontinuität, Ausbildung der nächsten Generation, Nachfolgeplanung und Zugang zu illiquiden Chancen, die mit institutioneller Sorgfalt geprüft sind. Unser Family-Advisory-Team berät Hausstände in Fragen der Governance. Familien-Governance ist ein strukturierter Ansatz, der Familien hilft, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und über Generationen hinweg geeint zu bleiben. Sie schafft Klarheit über Rollen, Werte und Ausrichtung und ermöglicht es, Veränderungen souverän zu bewältigen.
Wir entwickeln praxisnahe Governance- und Nachfolgekonzepte, zugeschnitten auf MENA-Familienstrukturen – etwa Holdinggesellschaften, Family Offices und Investmentkomitees –, um die Aufsicht zu professionalisieren und zugleich Werte und Vermächtnis zu bewahren. Dazu zählen Familiencharten, die Kodifizierung von Werten sowie die Einbindung der nächsten Generation, um reibungslose Übergänge sicherzustellen. Ergänzend bieten wir grenzüberschreitende Vermögens- und Nachlassplanung sowie strukturierte Philanthropie an, um familiäres Erbe und gesellschaftliche Verantwortung in messbare Wirkung zu übersetzen.
Wie plant Pictet angesichts unsicherer globaler Zinsen, Bewertungen, Inflation und Währungsschwankungen, Risiken zu steuern und Renditen für Kunden im Nahen Osten 2026 zu erzielen?
Wir haben unsere strategischen Asset-Allokationen an das sich wandelnde globale Umfeld angepasst. Ein besonderes Augenmerk liegt auf die Position der USA im Verhältnis zu ihren wichtigsten Gläubigern. Diese Analyse unterstreicht die Bedeutung der Währungsallokation als Schlüsselfaktor in Kundenportfolios. Infolgedessen wird der Anteil von Dollar-Anlagen für dollarbasierte Kunden deutlich höher sein als für Kunden mit Euro-, Schweizer-Franken- oder Pfund-Basiswährung. Zudem sollte unsere Erwartung eines langfristigen Rückgangs des Greenbacks US-Aktien zugutekommen, da viele US-Multinationals einen erheblichen Teil ihrer Umsätze in Nicht-Dollar-Währungen erzielen.
Wie beurteilt Pictet Liquidität und Exit-Flexibilität bei Private-Market- und alternativen Anlagen für Kunden in der Region – insbesondere angesichts des Interesses an Co-Investments, Secondaries oder Continuation Vehicles?
In diesem Kontext konzentrieren wir uns als Investoren auf hochwertige Vermögenswerte führender GPs, bei denen längere Haltedauern echten Mehrwert schaffen. Jüngste Medienberichte haben den zunehmenden Einsatz von Continuation Vehicles im Private Equity hervorgehoben.
Während sie früher aufgrund von Interessenkonflikten kritisch gesehen wurden, gelten CVs heute als strategische Instrumente, um Engagements in hochwertigen Anlagevermögen mit weiterem Wertschöpfungspotenzial zu halten. Sie ermöglichen GPs, Top-Unternehmen länger zu halten. Gleichzeitig geben sie LPs die Wahl zwischen Weiterinvestition oder Exit. Dies ist besonders wertvoll, wenn traditionelle Exits wie IPOs oder M&A eingeschränkt sind. Die zentrale Herausforderung liegt in der Bewertung, da Verkäufer und Käufer oft demselben GP zuzurechnen sind. Dem begegnet die Branche mit unabhängigen Bewertungen, externer Preisfindung, Aufsicht durch LP-Advisory-Committees sowie klaren Optionen für LPs, um Fairness und Transparenz zu gewährleisten.
Wie balanciert Pictet konservative Vermögenserhaltungsstrategien mit wachstumsorientierten Allokationen in einem Teil des Globus, in dem Vermögensaufbau und Diversifikation beschleunigt werden?
Als Vermögensverwalter ist es die erste Aufgabe von Pictet, die Ziele und Bedürfnisse der Kunden zu verstehen. Für jeden Kunden ist es entscheidend, die Auswirkungen eines konservativen oder wachstumsorientierten Profils zu erfassen. Daher investieren wir viel Zeit in Gespräche über Anlageziele, gestützt auf unsere langfristigen Renditeerwartungen und historische Beispiele bedeutender Marktrückgänge. Die strategische Asset-Allokation unserer Kunden sollte ihre Ziele widerspiegeln und zugleich ein für sie akzeptables Risikoniveau aufweisen.
Wie stellt Pictet angesichts steigender regulatorischer, Compliance- und Cybersicherheitsanforderungen im GCC Robustheit sicher und wahrt gleichzeitig Vertraulichkeit und Kundenerlebnis?
Cybersicherheit und Compliance sind strategische Prioritäten. Schweizer Finanzinstitute unterliegen einigen der weltweit strengsten Standards. Für Kunden bedeutet das: eine solide Infrastruktur, hohe Vertraulichkeit und rigorose Kontrollen, die ihr Vermögen vor operativen und regulatorischen Risiken schützen.
Wir sind die Bank der Familien.
Wie sieht der erwartete Zeitplan und die Kriterien für das Onboarding neuer Kunden aus dem Nahen Osten 2026 aus?
Wir halten uns strikt an internationale Vorschriften und lokale Cross-Border-Anforderungen. Die Zeitpläne hängen von der Struktur des Kunden, der Vollständigkeit der Dokumentation und den beteiligten Jurisdiktionen ab. Unsere Priorität ist ein effizientes und zeitnahes Onboarding bei kompromisslos hohen Standards in Due Diligence und Compliance. Wir sind verpflichtet, termingerecht zu liefern und die spezifischen Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen.
Wie passt Pictet sein Relationship-Management- und Beratungsmodell für «Next-Generation»-Kunden an?
Wir sind die Bank der Familien. Unser Ansatz für die nächste Generation ist eine Weiterentwicklung: Wir integrieren generationale Empathie, Bildung und Co-Creation in unser bestehendes langfristiges Modell, statt einen separaten Ansatz zu verfolgen. Das entspricht der Entwicklung vieler MENA-Family-Offices, die Governance stärken, Nachfolge priorisieren und die nächste Generation auf Führungsrollen vorbereiten, während sie Kernwerte und Kontinuität bewahren. Geleitet vom Pictet-Fortress-Modell verfolgen wir einen langfristigen, umsichtig gesteuerten Ansatz der Vermögensbewahrung. Die Anpassung an die Bedürfnisse der nächsten Generation ist für uns mehr als eine geschäftliche Notwendigkeit – sie ist eine Quelle der Inspiration.
Yves Bruggisser ist Head of Pictet Wealth Management für den Mittleren Osten und Afrika bei der Banque Pictet.
Er trat 1999 in die Pictet-Gruppe ein und hat seither eine langjährige Karriere in den Bereichen Research, Anlageberatung und Private Banking aufgebaut. Nach seinem Einstieg als Buy-Side-Finanzanalyst mit Schwerpunkt auf US-Konsumgüteraktien wechselte er in das Middle-East-Team von Pictet Wealth Management, wo er als Investment Specialist tätig war. 2008 wurde er zum Senior Private Banker ernannt, 2014 übernahm er die Funktion des Teamleiters.
Im Jahr 2020 wurde er zum Equity Partner ernannt und trat 2022 in das Executive Board von Pictet Wealth Management ein. In dieser Funktion verantwortet er die Region Mittlerer Osten und Afrika und betreut Kunden von den Standorten Genf, Zürich, Dubai und London aus. Vor seiner Tätigkeit bei Pictet arbeitete er als Senior Auditor bei EY.