Pictet Research Institute

Keine Patentlösung beim Thema Währungsabsicherung

Das vierte Research-Paper des Pictet Research Institute beschäftigt sich ausführlich mit Strategien zur Währungsabsicherung für die wichtigsten Währungen, Anlageklassen und Portfoliotypen und betrachtet hierbei die letzten 25 Jahre. Die Studie vergleicht statische Absicherungsansätze – entweder vollständige oder gar keine Absicherung – mit dynamischen Minimum-Variance-Strategien und bewertet deren Auswirkungen auf das Risiko und die Performance von Portfolios.

Wo liegt die Gemeinsamkeit zwischen einem Einzelhändler in den USA, der Waren bei einem Lieferanten in China bestellt und innerhalb von 90 Tagen in chinesischen Yuan bezahlen muss, einer Schweizer Anlegerin, die Anteile an einem ETF auf den S&P 500 kauft, und einem britischen Rentner, der in Australien lebt und eine Rente in Pfund Sterling bezieht?

Alle drei sind den Devisenmärkten ausgesetzt, wo täglich fast 10 Billionen US-Dollar gehandelt werden. Die Schwankung der Wechselkurse kann dazu führen, dass sich Gewinne verringern, Investitionen nicht rechnen und grenzüberschreitende Überweisungen verteuern.

Die Frage der Währungsabsicherung sollte daher nicht als binäre Entscheidung verstanden, sondern unserer Studie zufolge unter dem Gesichtspunkt der risikobereinigten Rendite betrachtet und in den gesamten Anlage- und Portfoliokonstruktionsprozess integriert werden.
— Maria Vassalou, PhD, Head of the Pictet Research Institute

Für viele Anleger sind Währungsschwankungen seit Langem ein Risiko, das es zu beseitigen gilt, und daher wird mit der Absicherung häufig nach dem Prinzip „alles oder nichts“ umgegangen. Die meisten Anleger sichern ihr Portfolio entweder vollständig ab oder aber gar nicht. Der Weisheit letzter Schluss ist dies unserem Research-Paper zufolge aber nicht. Das Währungsrisiko lässt sich durch Absicherung verringern oder auch komplett neutralisieren, um nicht von einer Wechselkursänderung unangenehm überrascht zu werden.

In unserer Studie untersuchen wir eine Reihe von Strategien zur Währungsabsicherung aus Sicht von Anlegern mit unterschiedlichen Referenzwährungen, die weltweit in verschiedene Anlageklassen investieren. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich die ideale Absicherungsquote im Laufe der Zeit je nach Währungspaar und Anlageklasse stark verändern kann.

Betrachtet werden vier Absicherungsstrategien: zwei dynamische und zwei statische. Dynamische Strategien passen die Absicherungsquote aktiv an die Marktbedingungen an. Statische Strategien dagegen halten im Zeitverlauf an einer festen Absicherungsquote fest.

Unsere Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig bei der Währungsabsicherung ein differenzierter, flexibler Ansatz ist, der unterschiedlichen Anlegerbedürfnissen, Anlageklassen und Marktbedingungen Rechnung trägt. Fazit ist also, dass es beim Thema Währungsabsicherung keine Patentlösung gibt.

Keine Patentlösung beim Thema Währungsabsicherung

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