Dekarbonisierung: Ziele und Projekte

Pictet will bis spätestens 2025 ihre direkten Treibhausgasemissionen um 60% gegenüber dem Stand von 2019 senken. Restemissionen sollen durch hochmoderne Verfahren reduziert werden, unter anderem durch die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre.

Unsere Ziele

Unser Ziel, unsere CO2-Emissionen bis spätestens 2025 um 60% gegenüber dem Niveau von 2019 zu reduzieren, ist nicht nur ambitioniert, sondern auch unabdingbar. Mit dieser Vorgabe für die CO2-Emissionen aus unserer Geschäftstätigkeit erfüllen wir alle Netto-Null-Bestrebungen, wenn unser eigenes Portfolio in unseren Fussabdruck mit einfliesst.

Pictet wird ihren CO2-Ausstoss weiterhin ausgleichen, aber mit einem stärker auf Auswirkungen fokussierten Ansatz:

Für ihre direkten Emissionen (1) finanziert die Bank nun Projekte, die Emissionen aus der Atmosphäre entfernen, und strebt bis 2025 an, die Allokation in diese Projekte auf 100 Prozent zu erhöhen.

Für ihre indirekten Emissionen (2) hat Pictet ein diversifiziertes Vorgehen nach dem Prinzip „Entfernen, Versenken und Vermeiden“ eingeführt, das sich auf führende Denkansätze zu ausgleichenden Projekten stützt. 

Drei Arten von Projekten zum Umgang mit ungeminderten Emissionen
 Projekte Naturbasierte Beispiele  Technologiebasierte Beispiele     
STANDARD
Vermeiden
Verringern

Vermeidung von Naturverlust

– Entwaldung
– Küstengebiete

Erneuerbare Energie
Kochstellen
Müllentsorgung
CO2-Abscheidung und -Speicherung
HOCHWERTIG
Versenkung
Wiederaufforstung
Aufforstung
Wiederherstellung von Küsten
 
WEGWEISEND
Entfernung
  Bioenergiepflanzen 
Direkte Luftreinigung
Biokohle

Die Verpflichtung zur Entfernung der direkten Restemissionen aus der Atmosphäre ist von höchster Bedeutung. Projekte, bei denen Emissionen reduziert oder vermieden (Standardprojekte), langfristig gebunden (hochwertige Projekte) oder entfernt (wegweisende Projekte) werden, können natur- oder technologiebasiert sein.

Die meisten Finanzinstitute gleichen ihre Emissionen aus, indem sie Standardprojekte zur Reduzierung oder Vermeidung finanziell unterstützen. Doch insgesamt nimmt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre nicht ab.

Die Reduzierung der Emissionen aus unserer Geschäftstätigkeit auf netto null ist deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Klimaneutralität. Pictet finanziert Projekte aller drei Arten und erkennt damit an, dass es kein Wundermittel gibt und dass unser Ansatz, auf verschiedene Kompensationsmöglichkeiten zu setzen, führend ist und alle Projektarten unterstützungswürdig sind.

1 – Direkte Emissionen für den Betrieb der Büros und indirekte Emissionen für den Strombezug, also Scope 1 und Scope 2.

2 – Emissionen für Geschäftsreisen, Nicht-Energieverbrauch u. a., also vorgelagerte Scope-3-Emissionen. Investments (nachgelagerte Scope-3-Emissionen) werden nicht hier, sondern gesondert berücksichtigt, was den Empfehlungen der Science Based Targets initiative (SBTi) zum Erreichen der Netto-Null im Finanzsektor entspricht.

Wie wir unser Reduktionsziel erreichen wollen

Dekarbonisierung unserer Stromeinkäufe

Soweit möglich, entscheiden wir uns für den Bezug von Ökostrom. Allerdings ist dies bei vielen Bürogebäuden, die wir mieten, nicht immer umsetzbar, entweder weil wir das Gebäude mit anderen Nutzern teilen oder weil es in einer bestimmten Stadt oder Region kein Angebot für Ökostrom gibt. Das führt dazu, dass die Hälfte der CO2-Emissionen aus unserer Geschäftstätigkeit aus unseren Stromeinkäufen stammt.

Um unseren Strombezug zu dekarbonisieren, kaufen wir Energy Attribute Certificates (EACs), die bescheinigen, dass die von uns genutzte Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Diese Nachweise sind als Guarantees of Origin (Herkunftsnachweise) in Europa, als RECs in Nordamerika und I-RECs in einer wachsenden Zahl von Ländern in Asien, Afrika, Nahost und Lateinamerika bekannt.

Behebung und Vermeidung von Kältemittelleckagen

Kühlgase tragen erheblich zum Treibhausgaseffekt bei. Bei der Berücksichtigung dieser Emissionsquelle in unserem CO2-Fussabdruck stellten wir erhebliche Leckagen im Kühlkreislauf unserer Restaurants in Genf fest.

Im Rahmen eines fortlaufenden Verbesserungsplans wurden bereits Massnahmen zur Beseitigung dieser Leckagen ergriffen und auch, um ein Wiederauftreten zu verhindern.

Einsatz mehrerer Verfahren zur CO2-Kompensation

Wir haben uns verpflichtet, 100% unserer direkten Restemissionen aus der Atmosphäre zu entfernen und verfolgen einen auf mehreren Verfahren basierenden Ansatz für die Behandlung unserer indirekten Emissionen. Dieser Ansatz ist gerechtfertigt, weil es keine Universallösung gibt, um den Klimawandel zu bekämpfen – eine Kombination aus mehreren Verfahren ist die einzige Möglichkeit.

Bei der Umsetzung unserer Strategie stützen wir uns auf diese Erkenntnis und finanzieren folgende Arten von Projekten:

  • Standardprojekte – zur Vermeidung und Reduzierung von Emissionen. Ziel ist es, zur Dekarbonisierung wichtiger Aktivitäten beizutragen, vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern.
  • Hochwertige Projekte – zur Einlagerung von Emissionen dank natürlicher Prozesse. Ziel dieser Projekte ist es, natürliche Kohlenstoffsenken zu verbessern und zu vergrössern, hauptsächlich durch Aufforstung und die Förderung von Meeres-Ökosystemen.
  • Wegweisende Projekte – Entfernung von CO2 mithilfe chemischer Prozesse. Ziel ist es, netto negative Emissionen zu erreichen, d. h. mehr CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, als ausgestossen wird.

Strategie für den Ausgleich unserer Emissionen

Wir verfolgen eine zweigleisige Strategie:Finanzierung von Projekten, mit deren Hilfe die aus unserer Geschäftstätigkeit stammenden Emissionen aus der Atmosphäre entfernt werden;einen auf mehreren Verfahren zur CO2-Kompensation basierenden Ansatz für unsere Wertschöpfungskette zur Vermeidung, Versenkung und Entfernung dieser Emissionen.Zu diesem Zweck unterstützen und finanzieren wir Projekte, die von international anerkannten Anbietern mit soliden Referenzen umgesetzt werden. Es handelt sich um qualitativ hochwertige Projekte, die einer umfassenden Zertifizierung bezüglich der Menge an beseitigten Emissionen, unterliegen.

Ausgewählte Projekte zur Bewältigung unseres gesamten Emissionsvolumens von 2020, d. h. 12’240 tCO2

Co2-entfernung

Mithilfe moderner Technologien lässt sich CO2 aus der Atmosphäre entfernen. Diese Technologien befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium, wie etwa die direkte Abscheidung von Kohlendioxid aus der Luft (Direct Air Carbon Capture & Storage (DACCS)) oder Bioenergie mit CO2‑Abscheidung und -Speicherung (Bio-Energy Carbon Capture & Storage (BECCS)). Die Kosten für die Entfernung einer Tonne CO2 sind extrem hoch (10 bis 20 Mal höher als bei Projekten zur Emissionsvermeidung), und die Mengen, die sich aus der Atmosphäre entfernen lassen, sind derzeit noch marginal.

Dennoch möchte Pictet durch die Finanzierung von Technologieprojekten zur Entwicklung dieser Lösungen beitragen, die eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaneutralität bis spätestens 2050 spielen.

Wir haben uns für Biokohle als Technologie (biochar) für die CO2-Entfernung entschieden. Die Biokohleindustrie als Ganzes hat ein CO2-Entfernungspotenzial von bis zu 2 GtCO2 jährlich (menschgemachte Emissionen belaufen sich insgesamt auf 40 bis 50 GtCO2). Die Menge, die für 2020 entfernt werden muss, beträgt 2000 tCO2, d.h. ~50% der Emissionen aus unserer Geschäftstätigkeit.

Europäische Biokohle-Zertifizierung

Co2-speicherung

Projekte zur CO2-Speicherung nutzen natürliche Methoden, um CO2 in der Biosphäre zu binden, namentlich die Wiederaufforstung und Aufforstung oder Projekte zur Wiederherstellung von Böden, Mangroven oder Mooren.

Speicherungsprojekte müssen unterstützt werden, denn sie zielen darauf ab, natürliche Kohlensenken zu stärken und zu vergrössern. Schätzungen zufolge können 30% der menschgemachten Emissionen gespeichert werden.

Wir haben das Projekt TIST-Programme in Uganda ausgewählt, das von SouthPole umgesetzt wird. Es soll Subsistenzlandwirte in die Lage versetzen, Entwaldung, Armut und Dörre etwas entgegenzusetzen. Für 2020 konnten dank unseres Beitrags zu dem Programm 8000 tCO2 gespeichert werden.

TIST-Programme

Vermeidung von co2-emissionen

Projekte zur Vermeidung oder Reduktion von Emissionen lassen sich mit natürlichen und technologischen Mitteln durchführen. Natürliche Mittel zielen darauf ab, die Zerstörung von bestehenden natürlichen Flächen zu begrenzen und haben oft günstige Begleiteffekte.

Herkömmliche technologische Mittel verfolgen die Reduktion von Emissionen, indem sie Industrie- und Haushaltsverfahren anpassen und verbessern (z.B. gemeinsam genutzte Kochstellen und Methan aus der Landwirtschaft). Aber es gibt auch neue technologische Lösungen wie grünen Wasserstoff, nachhaltiges Kerosin oder grünen Zement.

Wir haben ein Projekt mit natürlicher Lösung für den Schutz von Küstengebieten in Guatemala unter der Leitung von ClimateSeed (einem von BNPP lancierten sozialen Unternehmen, das eine Online-Plattform bereitstellt) ausgewählt. Mit dem Beitrag zu diesem Projekt können wir den Rest unserer Emissionen von 2020 (2240 tCO2) ausgleichen.

Schutz von Küstengebieten in Guatemala

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