10 neue Sterne - EU-Erweiterung
| 31. Mai 2004 |
Auf der EU-Fahne wehen 10 neue virtuelle Sterne
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Am 1. Mai 2004 treten zehn Länder der EU bei: die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, die fünf mittel- und osteuropäischen Staaten Ungarn, Polen, Slowakei, Tschechien und Slowenien sowie die zwei Mittelmeerinseln Malta und Zypern. Als pikante Symbolik ist zu erwähnen, dass dieses Ereignis heraldisch nicht zum Ausdruck gebracht wird. Wie im Tierkreis werden ad aeternam nur zwölf Zeichen die EU versinnbildlichen und als goldene Sterne auf der EU-Fahne leuchten. Seit 1956 sind der Gemeinschaft im Rahmen der europäischen Integration immer wieder neue Mitglieder beigetreten. Bisher war Brüssel aber noch nie bereit, so viele und so verschiedene Kandidaten gleichzeitig aufzunehmen. Obwohl es auch in der Vergangenheit Unwägbarkeiten gab, war der wirtschaftliche Unterschied zwischen alten und neuen Mitgliedern noch nie derart gross. Griechenland und Portugal waren zum Zeitpunkt des EWG-Beitritts zwar relativ arm, doch funktionierten ihre Volkswirtschaften damals bereits seit langem als System mit Privateigentum, obwohl die Zahl der staatlichen Eingriffe beachtlich war. Von den zehn neuen Mitgliedern hingegen haben acht, wie man weiss, mindestens 50 Jahre kommunistische Planwirtschaft ohne Preismechanismus hinter sich. Auch wenn diese Länder seit rund 15 Jahren Marktwirtschaft betreiben, war die Übergangsphase für die meisten schwierig. Schwierig genug, um sich heute zu Recht zu fragen, ob sie fähig sind, sich in einem gemeinsamen Markt zu behaupten. Ihre Wirtschaftsstruktur – das Gewicht der einzelnen Sektoren – zum Beispiel dürfte sich kaum schnell an die in der übrigen EU geltenden Preis- und Kostenskalen anpassen lassen. Diesbezüglich ist die in der ehemaligen DDR gemachte Erfahrung keineswegs überzeugend, auch wenn es sich um einen Sonderfall handelt. |
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