Das unwiderstehliche Potenzial von Hochzinsanleihen
| 16. Februar 2010 |
Wie kann man aus vier vorhersehbaren Phasen des Kreditzyklus Kapital schlagenBis zur Rückkehr auf ihr historisches Mittel weisen die Kurse von Hochzins-Unternehmensanleihen ein kräftiges Nachholpotenzial auf. |
![]() Alexander BaskovManager des Fonds Pictet Funds (LUX) EUR High Yield |
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![]() und Laird Landmann |
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Wie die meisten Anlagekategorien haben auch die Unternehmensanleihen seit Einsetzen der Weltwirtschaftserholung im vergangenen Frühjahr kräftig zugelegt. Und die spektakulärsten Renditen gab es bei Papieren mit einer geringeren Qualität als Investment Grade, oder anders ausgedrückt, bei Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich (High Yield). Von Jahresanfang bis 30. Oktober 2009 verzeichnete der Index Barclays Capital U.S. Corp High Yield (2% Issuer Cap) einen Anstieg von 52,2%. In einem Szenario mit nachhaltiger Weltwirtschaftserholung dürften die Kurse dieses Anlagebereichs auf mittlere Sicht noch weit stärker anziehen. Daher scheint der Moment gekommen, die Rolle dieses Sektors in einer strategischen Allokation neu zu überdenken. |
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"In einem Szenario der Weltwirtschaftserholung dürften die Kurse der Hochzinsanleihen noch kräftig anziehen."
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Es stimmt zwar, dass Hochzinspapiere meist stärker mit Aktien korreliert sind als andere festverzinsliche Instrumente, aber sie bieten im Zeitverlauf stabilere Renditen, solange sie im Portfolio mit Disziplin ausgewählt und verwaltet werden. Bei der Vermögensallokation spielen sie daher eine wichtige Diversifikationsrolle. Auch weil ihre Korrelation mit anderen Anlagekategorien relativ gering ist. Das Erzielen konstanter, regelmässiger und hoher Erträge über lange Zeiträume erfordert indes im High-Yield-Segment Know-how und grosse Erfahrung mit der Entwicklung von Finanzmärkten im Verlauf des Kreditzyklus. Ein versierter Verwalter kann aus vier vorhersehbaren Phasen des Kreditzyklus Kapital schlagen.
Im aktuellen Zyklus begann die erste Phase Ende letzten Jahres. Sie wird als "Austrocknung des Kreditmarkts" bezeichnet. Und genau dies war auch in der Wirtschaft insgesamt geschehen. Die Banken stellten ganz unvermittelt die Emission von Anleihen und die Vergabe von Krediten ein. Die kräftige Zunahme der Befürchtungen von Zahlungsausfällen bewirkte einen starken Anstieg der Spreads auf Unternehmensanleihen, der von Kurseinbrüchen begleitet war. Diese Entwicklung war zugleich durch Konkurse und Bonitätsherabstufungen der Rating-Agenturen geprägt. So boten sich Anlegern und Fondsmanagern zahlreiche Anlagechancen bei Hochzinsanleihen. Denn die Kurse bestimmter Anleihen waren auf Niveaus gefallen, die weder durch die Qualität der zugrundeliegenden Firmenanlagen noch durch ihre Cash-flows oder durch die von den Rating-Agenturen erteilten Bonitätsnoten zu rechtfertigen waren. In diesem Stadium des Kreditzyklus, also kurz vor Einsetzen der Erholung, bieten gewöhnlich Anleihen mit dem Rating B- das beste Risiko/Ertrags-Profil. |
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Auftreten einer positiven Spirale Heute befinden wir uns mitten in der zweiten Phase des Kreditzyklus, der "Sanierung des Kreditgeschäfts". Die Anleger und Banken haben begonnen, Positionen zu kaufen und die Renditeaufschläge normalisieren sich allmählich. Die Liquidität an den Märkten hat sich verbessert, ebenso die Unternehmensergebnisse. Die vielversprechendsten Chancen eröffnen sich im Segment mit dem Rating B+. |
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Mit eingehenden Kenntnissen und entsprechender Erfahrung lassen sich die Risiken in Verbindung mit Spreads und Zahlungsausfällen während der gesamten Dauer des Kreditzyklus verwalten. Zahlungsausfälle sind unbestritten ein wichtiges Risiko, aber man darf nicht vergessen, dass Hochzins-Unternehmensanleihen den Anlegern einen besseren Schutz bieten als Aktien. Bei Liquidation des betreffenden Unternehmens geniessen die Inhaber von Anleihen gegenüber den Inhabern von Aktien Vorrang. Im laufenden Jahr wurden am europäischen Primärmarkt bisher High-Yield-Anleihen im Wert von knapp EUR 20 Milliarden begeben, während es im letzten Jahr null waren. Bei einem sich beschleunigenden Wirtschaftswachstum und sich verringernden Kreditrisiken können die Unternehmen zu immer günstigeren Zinsen Geld aufnehmen. Für die Anleger und Fondsmanager bietet eine Wiederbelebung des Primär- und Sekundärmarktes zahlreiche Chancen. |
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