Das Internationale Jahr des Waldes aus Investorensicht
| 19. Mai 2011 |
Das Jahr 2011 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr des Waldes (IJW) erklärt.Da es offenbar mehr unterstützenswerte Themen gibt als Jahre, ist 2011 gleichzeitig auch das Internationale Jahr der Chemie. Dies ist alles andere als ein Widerspruch! Denn nur aufgrund der Photosynthese, der vielleicht wichtigsten biochemischen Reaktion in der Natur, sind die Bäume in der Lage, aus Sonnenlicht, Wasser und Luft stabile Zellwände aufzubauen, die es den grössten unter ihnen erlauben, bis zu hundert Meter in den Himmel zu wachsen und uns damit einen der wertvollsten, erneuerbaren Rohstoffe zu bescheren: Holz. |
![]() Christoph ButzNachhaltigkeitsexperte Genf |
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Anlässlich des IJW wird richtigerweise oft daran erinnert, dass der Wald nicht nur die Wiege der Menschheit, sondern für uns mehr denn je und in vielerlei Hinsicht von unschätzbarer Bedeutung ist. Den Wald zu schützen und seine vielfältigen Ökosystem-Dienstleistungen zu erhalten, ist gerade auch angesichts des Klimawandels unabdingbar. Rund zwanzig Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstehen durch die Abholzung von Tropenwald. Schuld trägt, entgegen der landläufigen Meinung, nicht in erster Linie die Holznutzung, sondern die ungebremste Umwandlung von Wald in Viehweiden und Agrarflächen für den Soja-Anbau oder die Produktion von Palmöl. |
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Interessanterweise laufen dabei die Renditen von Waldinvestments den Inflationsraten zeitlich etwas voraus, was darauf hindeutet, dass sich die Anleger aufgrund ihrer gestiegenen Inflationserwartungen stets frühzeitig in Position bringen. |
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Die weltweite Holznachfrage nimmt linear im Gleichschritt mit der wachsenden Weltbevölkerung zu. In den Schwellenländern steigt die Nachfrage sogar stark überproportional. Das schnell wachsende China hat mit 22% der Weltbevölkerung, aber nur 4% der Waldreserven, ein strukturelles Holzdefizit in der Grössenordnung von einhundert Millionen Kubikmeter Holz pro Jahr, das sich in den nächsten zehn Jahren trotz massivsten Aufforstungsbemühungen sogar noch verdoppeln dürfte. Die Holzfirmen im Nordwesten der USA liefern schon heute einen rasch steigenden Anteil ihrer Holzproduktion ins Reich der Mitte. Sollte sich der Imobilienmarkt in den USA nur leicht erholen und die Nachfrage nach Konstruktionsholz ansteigen, werden die Holzfirmen und ihre Aktionäre sehr gute Zeiten erleben. Die Nachfrage wächst dabei übrigens nicht nur nach dem Baustoff Holz, sondern auch nach einem seiner wichtigsten Bestandteile, dem Zellstoff, dessen Marktpreis sich momentan schon nahe am Allzeithoch bewegt, Tendenz steigend. Zellstoff wird dabei längst nicht mehr nur zu Papier, Karton und Verpackungen verarbeitet. Seit der Preis für Baumwolle in wenigen Monaten um über 150% angestiegen ist, verwenden Textilfirmen vermehrt Viskose, eine Kunstfaser, die aus besonders hochwertigem Zellstoff hergestellt wird. Dessen Marktpreis ist mittlerweile so attraktiv geworden, dass zahlreiche Firmen ihre Produktionslinien umrüsten, um von diesem Boom zu profitieren. Aus Holz lässt sich eben praktisch alles herstellen. |
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