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Die Ursprünge von Pictet & Cie

Am 23. Juli 1805 wird die "Banque de Candolle Mallet & Cie." gegründet. 1925, genau 120 Jahre später, wird sie in Pictet & Cie umbenannt.
 
Die Anfänge der Bank
Am 23. Juli 1805 wird die "Banque de Candolle Mallet & Cie" gegründet. An der Spitze des Unternehmens stehen bei der Gründung zwei Teilhaber - Jacob-Michel François de Candolle und Jacques-Henry Mallet – sowie drei Kommanditäre – Jean-Louis Mallet, Bruder des vorgenannten Jacques-Henry, Paul Martin und Jean-Louis Falquet, der nach der Restauration Staatsrat von Genf war. Die kleine Bank richtet sich in der Genfer Innenstadt an der Cour St-Pierre ein, wo sie bis 1819 bleibt.

Vom Kommissionsgeschäft zu Beratung und Verwaltung
Laut Gründungsvertrag ist der Zweck der neuen Bank "das Kommissions- und Inkassogeschäft sowie der Handel mit verschiedenen Waren". Dies entspricht dem damals üblichen Geschäft der Genfer Banken, deren bescheidene Anfänge praktisch ausnahmslos im Warenhandel lagen.

Sehr früh schon gibt die Bank das Handelsgeschäft zugunsten einer Beratertätigkeit auf. Sie berät ihre Kunden in finanziellen und kommerziellen Fragen und führt sie in die Kunst der Vermögensverwaltung ein. Dabei handelt es sich im Wesentlichen bereits um traditionelle Anlageberatung und Devisengeschäfte. Die Genfer Bankiers waren als Nachfolger der im Mittelalter tätigen Goldhändler und Geldwechsler in Finanzgeschäften erfahren. Zu jener Zeit gaben einzelne Banken ihre eigenen Noten aus, um den kostspieligen und gefährlichen Münztransport von Talern und "Louis d'or" zu umgehen.


Effekten und Risikostreuung
Die Bank spezialisiert sich nicht nur im Devisengeschäft, sondern handelt auch mit in- und ausländischen Wechseln und verwahrt diese Effekten in Depots. Wie alle Banken jener Zeit kauft und verkauft sie Anlagepapiere, besorgt das Inkasso von Zinsen und Dividenden und legt diese Erträge an.

Schon um 1830 belegen die Geschäftsbücher, dass die Bank für ihre Kunden eine genügend grosse Anzahl von Titeln verwahrt, um die Risiken zu streuen: ausländische Staatsanleihen, zu jener Zeit verbreitete Lotterieanleihen, in- und ausländische Aktien sowie Tontinen aus Irland, Orleans und Turin.

Von 1850 an erweitert die industrielle Entwicklung in der Schweiz, in Europa und in den Vereinigten Staaten die Anlagemöglichkeiten ganz erheblich. So finden sich in den Portfolios Obligationen der nordamerikanischen Eisenbahnen, Aktien von Immobilien- und Minengesellschaften und Versicherungsunternehmen.

Die Jahrhundertwende
Von 1890 bis zum Ersten Weltkrieg erfährt die Bank eine Zeit starken Wachstums. Innerhalb von dreissig Jahren steigt ihre Belegschaft von zwölf auf mehr als achtzig Personen.

Die Anlagen werden mit der Gründung von zwei Investmentgesellschaften für amerikanische und mexikanische Wertpapiere in den Jahren 1900 und 1910 immer internationaler. Ihren Geschäftsbeziehungen, die sie in New York und England unterhält, und dem guten Ruf, den sie in Bern geniesst, verdankt die Bank den Auftrag, zwischen 1915 und 1920 für Rechnung der Eidgenossenschaft in den Vereinigten Staaten drei Bundesanleihen über USD 70 Millionen auszuhandeln, was damals eine beträchtliche Summe war.

1925 findet ein wichtiges Ereignis statt: Der Firmenname der Bank wird in Pictet & Cie umgeändert, den Namen, den sie auch heute noch trägt.

Fortsetzung Pictet & Cie im 20. Jahrhundert